»Wir werden natürlich aus dieser Sache lernen«, sagt EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Er ist am Dienstagnachmittag vor die Kameras getreten, um von einer Sondersitzung der europäischen Innenminister zu berichten. Mitten in der Sommerpause sind an diesem Tag Regierungsvertreter aus allen 27 EU-Mitgliedsstaaten per Videokonferenz zusammengekommen.
Es geht um die Aufarbeitung der Szenen, die sich Ende vergangener Woche in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla abgespielt haben. Aber auch um das, was ihnen auf politischer Ebene folgte: gegenseitige Schuldzuweisungen, Ermahnungen, Ab- und Ausgrenzung. Das Gegenteil also eines geeinten Europas. Und das Gegenteil dessen, was Brunner und seine Amtskollegen aus den Mitgliedsstaaten nun nach ihrer Sitzung zu präsentieren versuchen.
Mehrere Zehntausend Menschen gelangten Ende vergangener Woche binnen kürzester Zeit von Marokko aus nach Ceuta und Melilla. Die meisten schwammen. Mindestens 75 Menschen, so die aktuelle Einschätzung der spanischen Behörden, sind dabei ertrunken.
Es waren nur Stunden, in denen sich all das abspielte. Aber sie stellten Europa auf den Kopf. Im Wasser treibende Schuhe; junge Männer, die mit hochgereckten Armen ihre Ankunft auf EU-Territorium feierten; Minderjährige, die verzweifelt weinten; Soldaten, die zu Hilfe gerufen wurden: Solche Bilder hatte man in Europa unbedingt vermeiden wollen. Sie zeigen eine EU, die erpressbar ist. Mit einer Waffe namens Migration.










