Vor den Landtagswahlen übertrumpfen sich die Parteien gerne mit Versprechungen und angekündigten Wohltaten. Ein willkommener Anlass, um sich die finanzielle Situation in Sachsen-Anhalt einmal genauer anzusehen. Zuletzt herrschte in Magdeburg miese Stimmung wegen angeblich leerer Kassen. Doch siehe da:In Sachsen-Anhalt sprudelt das Geld nur so. Steuereinnahmen, Finanzausgleich der Länder, Bundeszuweisungen – für 2026 kommen so 10,8 Milliarden Euro zusammen, vier Prozent mehr als letztes Jahr. Vor zehn Jahren waren es noch 7,3 Milliarden. Obendrauf gibt es noch EU-Gelder für die Landwirtschaft, Extra-Gelder aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes, Hilfen für den Ausstieg aus der Braunkohle und einen übrig gebliebenen Corona-Fonds – ein wahres Füllhorn für Ministerpräsident Sven Schulze (CDU).Insgesamt darf sich Schulze dieses Jahr über Einnahmen in Höhe von rund 14,6 Milliarden Euro freuen. Doch für Schulzes Koalition aus CDU, SPD und FDP und deren Finanzplanung ist das immer noch zu wenig. Über eine Milliarde Euro neue Schulden muss das Land aufnehmen, damit die Ausgaben in Höhe von 15,6 Milliarden Euro ordentlich finanziert sind. Vor zehn Jahren kam das Land noch mit nicht einmal elf Milliarden Euro aus – und man konnte damals laut Finanzplanung sogar noch Schulden tilgen. Wohin fließt das viele Geld auf einmal?