Schon nach wenigen Tagen stößt das Umsetzungsabkommen zu Donald Trumps Gazaplan auf größere Hindernisse. Der Friedensrat teilte am Montag mit, die israelische Armee müsse ihren Abzug hinter die „gelbe Linie“ im Gazastreifen erst dann beginnen, wenn die Hamas vollständig entwaffnet worden sei. Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem Nikolaj Mladenov getroffen, den Hohen Vertreter des von dem amerikanischen Präsidenten ins Leben gerufenen Gremiums. Dies dürfte auf den Widerstand der Hamas treffen, denn es widerspricht der in der vergangenen Woche verkündeten Einigung. Zunächst gab es keine Stellungnahme der militanten islamistischen Organisation.Die Reihenfolge und die Details der im Gazaplan vorgesehenen nächsten Schritte sind seit Monaten umstritten. Am Donnerstag hatte Trump verkündet, dass die Hamas und der Friedensrat sich auf einen 15-Punkte-Umsetzungsplan geeinigt hätten. Darin heißt es, die Hamas solle schrittweise ihre Waffen an die palästinensische Technokratenregierung übergeben. Dieser Prozess soll mit einem ebenfalls schrittweise vollzogenen israelischen Truppenabzug einhergehen.15 Menschen im Gazastreifen getötetWährend die israelische Regierung zu dem Plan zunächst nicht offiziell Stellung bezogen hatte, äußerten namentlich nicht genannte „ranghohe Vertreter“ in Medien an verschiedenen Punkten Kritik. Von einem israelischen Regierungsvertreter hatte es bereits kurz vor Trumps Ankündigung geheißen, Israel fordere eine vollständige Entwaffnung der Hamas, „einschließlich des Abtransports sämtlicher Waffen aus dem Gazastreifen und einer vollständigen Entmilitarisierung des Küstengebiets als Voraussetzung für jeden weiteren politischen Prozess“.Nach einem Luftangriff im Süden des Gazastreifens wird ein brennendes Auto gelöscht.EPADie Vermittlerstaaten Qatar, Ägypten und Türkei äußerten derweil scharfe Kritik an den andauernden Angriffen Israels im Gazastreifen. In einer gemeinsamen Erklärung in der Nacht auf Dienstag hieß es, „diese Verstöße“ gefährdeten den Weg zur Deeskalation und verschärften das Leid der Zivilbevölkerung. Israel müsse seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht nachkommen und die Bedingungen des Waffenruheabkommens einhalten, um dessen Umsetzung nicht zu untergraben.Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen waren am Sonntag laut palästinensischen Angaben abermals mindestens 15 Menschen getötet worden. Insgesamt wurden den Angaben zufolge seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom vergangenen Oktober mehr als 1000 Palästinenser getötet. Israel begründet die Angriffe mit Verletzungen des Abkommens vonseiten der Hamas.
Entwaffnung der Hamas: Israels Abzug aus Gaza stockt
Nach Trumps Ankündigung, die Hamas habe ihrer Entwaffnung zugestimmt, gerät der Plan ins Stocken. Israel greift derweil weiter Ziele im Gazastreifen an.











