PfadnavigationHomeSportFußballFifa-KriseSelbst Arsène Wenger wusste von nichts. Nun geht er auf Distanz zu InfantinoStand: 14:59 UhrLesedauer: 3 MinutenFifa-Chef Infantino steht nach dem Scheitern seines Investoren-Projekts unter Druck. „Ihm stehen schwere Monate bevor, um überhaupt noch an der Macht zu bleiben“, so Walter M. Straten, Vize-Chefredakteur Sport bei „Bild“.Arsène Wenger ist bei der Fifa Direktor für die globale Fußball-Entwicklung. Als solcher hätte er von Infantinos Verkaufsplänen wohl wissen sollen. Hat er aber offenbar nicht. Unterdessen nimmt die Nachfolge-Debatte Fahrt auf.Fifa-Funktionär und Ex-Startrainer Arsène Wenger ist auf Distanz zu Gianni Infantino gegangen. Den hochumstrittenen Investorendeal fallen zu lassen, sei „absolut notwendig“ gewesen, sagte der Franzose, der von den Plänen nach eigener Aussage nichts gewusst habe: „Ich war an diesem strategischen Plan nicht beteiligt und habe erst durch Medienberichte von dem Projekt erfahren.“Das belegt einmal mehr, welchen Alleingang Infantino hingelegt hat. Wenger, über viele Jahre erfolgreicher Trainer beim FC Arsenal, ist bei der Fifa schließlich als Direktor für die globale Fußball-Entwicklung tätig. Als solcher hätte er von Infantinos Plänen eigentlich wissen sollen. Der wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert worden war. Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt.Wengers Stellungnahme erfolgte, nachdem sein Name in einem Schreiben der Anwälte der Europäischen Fußball-Union an Infantino aufgetaucht war. Darin hatte die Uefa die Fifa aufgefordert, die Daten und die Kommunikation von 18 Führungskräften als potenzielle Beweismittel zu sichern.Von Infantinos Machenschaften distanzierte sich zudem auch sein Generalsekretär ab, das lässt ein Schreiben vermuten. Mattias Grafström hatte demnach eine E-Mail – die der Associated Press vorliegt – an alle Fifa-Mitarbeiter versandt, in der er die Geschehnisse der vergangenen Woche als „traurige und verwerfliche Abfolge von Ereignissen“ bezeichnete. Er erklärte außerdem, dies habe „Unruhe ausgelöst, die schwer nachzuvollziehen und zu akzeptieren ist“.Blatter schlägt eine Fifa-Präsidentin vorUnterdessen hat Infantinos Vorgänger eine Frau für den Posten des Fifa-Vorsitzes vorgeschlagen. Joseph Blatter sprach sich für Norwegens Verbandschefin aus: „Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der Fifa ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt“, schrieb der 90-Jährige, der seit Jahren auf Konfrontationskurs zu Infantino ist, beim Kurznachrichtendienst X.Lesen Sie auchDie 45 Jahre alte Klaveness ist eine kritische Stimme im Weltfußball, die sich etwa für Frauenrechte einsetzt. Infantino will sich eigentlich am 18. März kommenden Jahres in Rabat (Marokko) für eine dritte und letzte Amtszeit von vier Jahren als Fifa-Chef wählen lassen. Kandidaten müssen bis zum 18. November ihre Bewerbung einreichen.Neben Klaveness werden insbesondere drei Namen gehandelt:Aleksander Ceferin (Slowenien), Präsident der UefaVictor Montagliani (Kanada), Vorsitzender des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands ConcacafNasser Al-Khelaifi (Katar), Präsident von Paris St. Germain und Vorsitzender der Klubvereinigung European Football Clubs (EFC)SUF mit dpa