Nicht nur Menschen leiden unter der extremen Hitze in diesem Sommer, sondern auch Tiere. Die wild lebenden verkriechen sich an schattige, kühle Orte, aber Nutztiere wie Kühe, Schweine und Hühner sind darauf angewiesen, dass der Mensch darauf achtet, dass es in ihren Ställen nicht zu heiß wird.„Besonders schwer haben es Schweine und Hühner, weil sie nicht schwitzen können, um Wärme abzugeben“, sagt Jan Langbein, Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock. „Im Extremfall fallen sie um und sterben an Hitzeschlag.“Genau das ist während der Hitzewelle Ende Juni im Nordwesten Frankreichs passiert. Nach Angaben des französischen Landwirtschaftsministeriums starben bis zu drei Millionen Hühner und anderes Geflügel den Hitzetod. Die meisten davon im Stall.Auch in Deutschland sind am letzten Juniwochenende offenbar viele Hühner an Überhitzung verendet. Anders lässt sich eine Pressemitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums nicht interpretieren, in der es heißt: „Hohe Außentemperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit können zu erhöhten Tierverlusten führen.“ Dies zeige sich auch an den Zahlen der „Verarbeitungsbetriebe für tierische Nebenprodukte (,Tierkörperbeseitigungsanlagen‘)“. Nach dem Hitze-Wochenende am 27. und 28. Juni 2026 habe eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden müssen als nach dem deutlich kühleren Wochenende am 13. und 14. Juni 2026.„Alle Tiere haben eine sogenannte thermoneutrale Zone“, sagt Langbein. Das ist der Temperaturbereich, in dem sie ihre Körpertemperatur ohne zusätzlichen Energieaufwand konstant halten können und in dem sie sich wohlfühlen. Hühnern wird es ab etwa 24 Grad Celsius zu warm, Schweinen ab etwa 22 Grad und Kühen sogar bereits ab 20 Grad.Hühner öffnen dann den Schnabel, fangen an zu hecheln und spreizen ihre Flügel. Auch Schweine hecheln und erhöhen die Durchblutung ihrer Haut. Ein erstes Anzeichen, dass Kühe im Hitzestress sind, sei die Erhöhung ihrer Atemfrequenz, sagt Langbein. Sie fressen weniger, weil Verdauung Wärme produziert, und sie legen sich nicht mehr hin, um die Körperoberfläche zu vergrößern, über die Wärme abgegeben werden kann.Kühe, die schwitzen, werden öfter krank„Wenn Kühe unter Hitze leiden, reagiert der gesamte Organismus“, sagt FBN-Forscherin Franziska Koch in einer Presseerklärung. Sie ist Erstautorin einer aktuellen Studie, die zeigt, dass es bei Milchkühen bereits bei moderater Hitze zu Entzündungsreaktionen, einer Aktivierung der Blutgerinnung und einer Schwächung der Immunabwehr kommt. Die Tiere werden dann anfälliger für Krankheiten.Nach Ansicht von Langbein sind die meisten Kuhställe nicht ausreichend auf den Klimawandel und die damit einhergehenden häufigeren Hitzewellen vorbereitet: „Was oft fehlt, sind Ventilatoren an der Decke“, sagt er. Eine andere kaum verbreitete Möglichkeit seien Vernebelungsanlagen, die Wasser versprühen und so den Stall abkühlen. Es gibt sogar Wasserbetten für Kühe. Auf dem Markt sind zahlreiche Angebote, die den Tieren das Leben an heißen Tagen erleichtern würden. Man müsste sie nur einbauen, aber das ist teuer.
Kühe, Schweine, Hühner: Hitzetod im Stall
In vielen Ställen wird es in diesem Hitzesommer zu heiß. Nutztiere leiden - im Extremfall sterben sie.










