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Briefe: »Aber wie schreibt ihr denn dann Briefchen?«

Briefchen? Die Schüler bringen nicht mal einen Stift in den Unterricht mit. Und der Lehrer? Erinnert sich an den Geschmack von Papier in seinem Mund. Die Lehrerkolumne

© Maren Amini für DIE ZEIT

Verschwindende Dinge fallen einem viel weniger auf als Neues, das plötzlich die Bühne betritt. Viele Dinge verlassen den Alltag fast völlig lautlos. Dass sie fehlen, fällt erst mit Verzögerung auf. Natürlich hört man schon lange kein Schreibmaschinengeklapper mehr aus dem Schulsekretariat, das Rattern der Filmprojektoren aus den Biologieräumen ist genauso Vergangenheit wie das charakteristisch ratternde Fiepen der Internetmodems, die es Anfang der Zweitausenderjahre noch in manchen Computerräumen gab. Die Geräuschkulisse einer Schule ist längst eine andere geworden, nur die Pausenklingel ist immer noch dieselbe wie vor fünfzig Jahren. Ein akustischer Methusalem in einer digitalen Welt. Man kann dem ein wenig nachtrauern, aber in Wirklichkeit ist durch die Elektronisierung und Digitalisierung in der Schulwelt sehr vieles einfacher und effizienter geworden. Erst vor Kurzem ist mir aufgefallen, was mit den allgegenwärtigen Handys auch aus den Klassenzimmern verschwunden ist. Eine jahrhundertealte Tradition, deren Fehlen mich wirklich traurig macht.