Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesRussland: Tote und Verletzte nach ukrainischen GegenangriffenSelenskij ernennt Umjerow zum neuen GeheimdienstchefRussland meldet wieder Angriff auf Wildberries-LagerErneut heftige russische Angriffe auf Kiew – neun ToteRussland nimmt ukrainische Tankstellen ins Visier – Spritknappheit auf besetzter Krim entspannt sichSelenskij entlässt Botschafterin in WashingtonDer ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, von ihrem Amt entbunden. Das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte den Erlass mit der Veränderung auf dem für die Ukraine überragend wichtigen Posten in Washington. Die frühere Vizeministerpräsidentin Stefanischyna schrieb auf Facebook, sie habe selbst um ihre Entlassung gebeten.Mit Berichten über eine mögliche Ablösung der Botschafterin hatte in Kiew Mitte Juli Selenskijs jüngste Regierungsumbildung begonnen. Nachfolgerin hätte demnach die abgelöste Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko werden sollen, die den Posten aber Medienberichten zufolge abgelehnt hat. Derzeit ist über eine Nachfolgeregelung nichts bekannt.Sowohl Stefanischyna in Washington als auch Swyrydenko von Kiew aus ist es gelungen, einen guten Draht zur Führung von US-Präsident Donald Trump zu halten - trotz der wechselhaften Ukraine-Politik der US-Regierung. Zuletzt versprach Trump der Ukraine eine Lizenz zum Bau von Patriot-Flugabwehrraketen, stellte seine Zusage aber wenig später wieder infrage.Lilly ZerbstUkraine: Mehrere Tote nach russischem Angriff auf TankstelleBei einem russischen Angriff auf eine Tankstelle in der Südostukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Darunter sei ein acht Jahre alter Junge. Das teilt der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Sechs weitere Menschen im Alter von 20 bis 60 Jahren seien bei der Attacke auf die Tankstelle im Kreis Krywyj Rih verletzt worden. Ein Feuer sei am Einschlagsort ausgebrochen.Lilly ZerbstRussland: Tote und Verletzte nach ukrainischen GegenangriffenIn der Schwarzmeerregion sind infolge ukrainischer Gegenangriffe nach russischen Angaben mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Sechs Personen wurden dem Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, zufolge in dem kleinen Badeort Archipo-Ossipowka getötet. Drei von ihnen seien minderjährig. Weitere rund 40 Menschen seien verletzt worden. Kondratjew zufolge waren Drohnentrümmer herabgestürzt. Er warf Kiew einen Angriff auf die Zivilbevölkerung vor, die nichts mit Militärinfrastruktur zu tun habe. Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim stieg die Zahl der Toten infolge eines ukrainischen Angriffs nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow auf vier Menschen. Zuvor hatte er von drei Toten und zwei Verletzten gesprochen. Details nannte er nicht. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu.Lorenz ZeckSelenskij ernennt Umjerow zum neuen GeheimdienstchefDer ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat den Chefunterhändler Rustem Umjerow zum neuen Chef des Auslandsgeheimdienstes ernannt. Umjerow, der auch schon Verteidigungsminister gewesen war, bleibe in der neuen Funktion weiter zuständig für die zuletzt unter US-Vermittlung geführten Verhandlungen mit Russland, teilt Selenskij mit.Zuletzt war Umjerow Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates. Als Geheimdienstchef soll er auch den Export ukrainischer Drohnen sowie deren Integration in die Verteidigungssysteme anderer Staaten koordinieren, sagte Selenskij bei einem Treffen mit Diplomaten. Demnach gibt es inzwischen Verträge mit neun Staaten, weitere Abkommen seien geplant.Russland meldet wieder Angriff auf Wildberries-LagerBei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf den größten russischen Versandhändler Wildberries ist laut Angaben aus Russland ein Logistikzentrum im Gebiet Wladimir in Brand geraten. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Unternehmen mit. Gouverneur Alexander Awdejew sprach von zwei Verletzten.Die Ukraine greift seit Mitte Juli die Wildberries-Anlagen an und wirft dem Versandhändler vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden dagegen sprechen von Terroranschlägen gegen zivile Infrastruktur. Der Angriff im Gebiet Wladimir – ungefähr 190 Kilometer östlich von Moskau – war der mittlerweile 18., wie russische Medien berichteten.Nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten hat Wildberries durch die seit Wochen andauernden Angriffe bisher etwa 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren. Der Schaden wird auf 280 Milliarden Rubel (etwa drei Milliarden Euro) geschätzt.Zudem gab es am Montagmorgen in der russischen Stadt Belgorod Berichte über Angriffe aus der Ukraine auf die technische Universität. In sozialen Netzwerken kursierten nicht sofort überprüfbare Aufnahmen, die das brennende Hochschulgebäude zeigen sollen. Der Telegram-Kanal „Pepel“ (Deutsch: Asche) meldete, dass das Bauwerk komplett ausgebrannt sei. Behördenangaben gab es dazu bisher nicht. Die Universität gilt als ein regionales Zentrum für die Entwicklung und Erprobung von Drohnen. Sie hatte mit der Studienrichtung auch offiziell um Studenten in sozialen Netzwerken geworben.Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere 21 Personen seien bei den Explosionen zweier Gleitbomben in der Stadt verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden. In der südukrainischen Stadt Cherson wurde bei einem Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden dabei verletzt.Selenskij: Schiff im Asowschen Meer versenktInfolge eines ukrainischen Angriffs ist im Asowschen Meer ein russisches Schiff gesunken. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schrieb bei Telegram von Attacken im Schwarzen und im Asowschen Meer. Details nannte er zu einem Schiff, das eine Ladekapazität von 100 000 Tonnen habe, unter russischer Flagge unterwegs gewesen sei und „dank der Treffsicherheit“ ukrainischer Streitkräfte gesunken sei.Von russischer Seite bestätigte der staatliche Atomkonzern Rosatom den Untergang des Schiffs. Es gehört demnach zu dem mit EU-Sanktionen belegten Logistikunternehmen FESCO, das wiederum zu Rosatom gehört. Das Schiff sei mit zwei Drohnen mehr als 200 Kilometer vor Noworossijsk angegriffen worden. „Das war ein ganz gewöhnliches, ziviles Containerschiff, das in internationalen Gewässern zivile Güter transportierte“, wird Rosatom-Chef Alexej Lichatschow zitiert. Er warf Kiew Piratentum und Seeräuberei vor. Die 17 Besatzungsmitglieder seien von einem anderen Schiff und Marinefliegern der russischen Schwarzmeerflotte gerettet worden. Erneut heftige russische Angriffe auf Kiew – neun ToteErneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Nach Behördenangaben wurden mindestens neun Menschen getötet und insgesamt mehr als 30 verletzt, unter ihnen zwei Teenager. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko. Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.Die Ukraine konnte nach den Worten ihres Präsidenten ​Wolodimir Selenskij bei den russischen Angriffen nur eine von 27 ballistischen ⁠Raketen abgeschossen. Seinem Land fehlten Abfangraketen für die US-Patriot-Systeme, sagte Selenskij. Russland habe insgesamt 35 Raketen abgefeuert, darunter ​27 ballistische ​Raketen und 185 Kampfdrohnen. Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren. Als einzig wirklich wirksames Mittel dagegen gelten moderne Patriot-Systeme.Russland nimmt ukrainische Tankstellen ins Visier – Spritknappheit auf besetzter Krim entspannt sichIn den vergangenen Wochen hat die Ukraine der russischen Ölindustrie mit Drohnenangriffen massiv zugesetzt. Aus diesem Grund wurde beispielsweise auf der besetzten Halbinsel Krim das Benzin knapp, viele russische Zivilisten verließen die Krim daraufhin.Aktuell scheint sich die Lage auf der Halbinsel wieder zu entspannen. Die Besatzungsbehörden stellten Karten bereit, die Dutzende Tankstellen mit verfügbarem Benzin und Diesel zeigen. In der größten Stadt Sewastopol geben Tankstellen – je nach Kraftstoffart – aber weiter nur maximal 20 oder 40 Liter an die Autofahrer ab. Mehrere Sorten waren zudem nur mit Bezugsscheinen erhältlich. Die Preise sind dabei Medienberichten zufolge dreimal so hoch wie in Moskau. Zeitgleich berichtet CNN, dass Russland gerade vermehrt und gezielt Tankstellen in der Ukraine mit Drohnen attackiert. „Die Ausweitung der russischen Angriffe auf zivile Ziele erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem westliche Politiker vor einer möglichen Eskalation durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin warnen – als Reaktion auf die Folgen der von Kiew durchgeführten Langstrecken-Drohnenangriffe auf die russische Industrieinfrastruktur“, heißt es in dem Bericht. Lorenz ZeckUkraine schickt Feuerwehrleute und Spezialfahrzeuge nach FrankreichPräsident Wolodimir Selenskij hat zur Bekämpfung der Waldbrände in Frankreich ukrainische Rettungskräfte geschickt. Das ukrainische Nachrichtenportal UNN berichtet von 70 Rettungskräften und 15 Spezialfahrzeugen. Die Ukraine sei zudem bereit, dem staatlichen Katastrophenschutz bei Bedarf Luftunterstützung zur Verfügung zu stellen. Lorenz ZeckPolen bestellt russischen Botschafter einNach dem Einschlag einer russischen Rakete auf polnischem Territorium bestellt das polnische Außenministerium den russischen Botschafter ein. Das teilt Ministerpräsident Donald Tusk in einem Post auf der Plattform X mit.Lorenz ZeckLuzia GeierUkraine dringt auf Raketenlieferung - Trump zögert bei "Patriot"-LizenzDie Ukraine hat vor dem nahenden Winter auf eine rasche Stärkung ihrer Luftverteidigung gedrungen und ist nun beim erhofften Lizenzbau von US-Raketen auf Hürden gestoßen. Die Regierung in Kiew verhandele mit dem US-Verteidigungsministerium über die Erlaubnis, Patriot-Abfangraketen selbst zu produzieren, sagte die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna. Dieser Prozess könne jedoch ein bis fünf Jahre dauern. Einem Bericht der Financial Times zufolge ist sich US-Präsident Donald Trump nicht sicher, ob er dem zustimmen werde. „Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, an wen wir Lizenzen vergeben“, zitierte die Zeitung den Präsidenten aus einem Telefonat.„Die verheerenden Auswirkungen jedes nächtlichen Angriffs sind derzeit unglaublich. Letzte Nacht und in der Nacht davor waren es 30 bis 40 ballistische Raketen.“Botschafterin Olha StefanischynaStefanischyna betonte, die Ukraine brauche die Raketen dringend, um sich gegen die zunehmenden russischen Angriffe zu schützen. Vertreter des Patriot-Herstellers Raytheon Co. seien bereits in der Ukraine gewesen, und Lockheed Martin Corp. , das die PAC-3-Abfangraketen für das Luftabwehrsystem herstellt, arbeite daran, ebenfalls ein Expertenteam in das Land zu entsenden, erklärte die Botschafterin. Parallel zu den Rüstungsfragen laufen diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte Trump am Dienstag im Weißen Haus getroffen. Dabei wiederholte er nach Angaben der Botschafterin sein Angebot, die Kämpfe an den aktuellen Frontlinien einzufrieren und dies als Ausgangspunkt für Verhandlungen zu nutzen. In diesem Zusammenhang kündigte Trump dem Zeitungsbericht zufolge an, dass seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den kommenden Tagen erstmals in die Ukraine reisen würden. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, der Besuch könnte aber bereits in der nächsten Woche stattfinden, erklärte Stefanischyna. Luzia GeierEnergieanlage in russischer Region Wolgograd brennt nach DrohnenangriffIn der russischen Region Wolgograd brennen nach einem Drohnenangriff eine Energieanlage und mehrere Lagerhallen. Dies teilte der regionale Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Fünf Menschen benötigten medizinische Hilfe, erklärte er weiter. Auch das ukrainische Militär meldete den Angriff und Brand auf Telegram. In der Region befindet sich eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil. Die Anlage habe eine ⁠Kapazität von rund 15 Millionen Tonnen Öl pro Jahr.Mehr ladenTickarooLive Blog Software