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Der historische Säulengang des Gebäudes, in dem auch die Deutsche Börse untergebracht ist. Foto: picture alliance/dpa Dax-Rekord: Fünf Gründe, warum der Dax so stark ist – und noch weiter steigen kann Erstmals in seiner Geschichte ist der Dax über die Marke von 26.000 Punkten geklettert. Warum dieser Anstieg gut untermauert ist.

Der Dax ist wieder auf Rekordjagd. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der deutsche Leitindex am Montag über die Marke von 26.000 Punkten geklettert. Auslöser der jüngsten Rally ist der deutliche Rückgang des Ölpreises nach Meldungen über Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Wichtig dabei ist nicht nur der Rückgang der Notierungen für Rohöl, sondern die gesamte Struktur der Preisbewegungen.Als Öl im März nach dem Angriff der USA auf den Iran von 70 auf über 110 Dollar für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg, knickten die Weltbörsen aus Angst vor einer neuen Ölkrise und dem Wiederaufflammen von Inflation und höheren Zinsen ein.1.: Die Chancen stehen gut, dass der Öl-Schock bald vorbei istAls die Preise dann im Juni nach ersten Friedensgesprächen schnell wieder auf 70 Dollar zurückgingen, war dies das erste wichtige Signal für eine Entspannung. Zwar gab es Anfang Juli noch einmal einen Rückschlag, als die erwartete Beruhigung nicht eintrat. Dabei ist jedoch der Ölpreis im Zuge neuer Turbulenzen nur noch bis auf gut 100 Dollar gestiegen, er blieb also unter der Kursspitze vom Mai. Das war ein deutliches Zeichen für eine Entspannung am Ölmarkt. Bestätigt wird dieses Signal nun durch den deutlichen Preisrückgang nach den anberaumten Friedensgesprächen.Natürlich besteht nach wie vor die Unsicherheit, ob die Kriegsparteien USA und Iran wirklich ein nachhaltiges Abkommen zustande bringen und ob dann vor allem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder in Gang kommt.Doch sowohl die Trump-Regierung, die vor wichtigen Herbstwahlen steht, als auch das Regime in Teheran, das auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen ist, dürften ernsthaft nach einer Konfliktlösung suchen. Und selbst wenn dabei die Ölnotierungen auf einem mittleren Niveau zwischen 70 und 90 Dollar bleiben sollten, wäre das für die Börsen kein Problem. Wie in den Jahren 2023 und 2024, als der Dax von 14.000 auf 20.000 Punkte gestiegen ist.2.: Der Mix aus Inflation, Zinsaussichten und Wirtschaftswachstum ist gut für die BörsenWie nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist auch mit dem Iran-Krieg die Inflation erst einmal massiv gestiegen. In beiden Fällen kam es durch die Europäische Notenbank zu Zinserhöhungen; die amerikanische Fed könnte nach einer Phase der Normalisierung im September ebenfalls die Zinsen anziehen. Sollte sich allerdings die Entspannung auf dem Ölmarkt durchsetzen, könnte die Gefahr eines erneuten Zinserhöhungszyklus noch abgewendet werden.Wichtige Signale dafür kommen vom Bondmarkt. In den USA ist die Rendite der maßgeblichen zehnjährigen Staatsanleihen Ende Juli auf bis zu 4,75 Prozent gestiegen. Das war ein Tick niedriger als im Januar 2025 und deutlich niedriger als im Herbst 2023. Auch wenn die Anspannung am Bondmarkt nach wie vor groß ist, besteht damit die Chance, dass die gesamte Bandbreite zwischen 3,5 und 5,0 Prozent ein großes oberes Plateau bildet und nicht eine Zwischenstation für einen noch längeren Anstieg.Konjunktur US-Industriebarometer steigt kräftig – „guter Start ins zweite Halbjahr“ Die Entwicklung der Konjunktur passt dazu. Das Wachstum von rund zwei Prozent, auf das die Vereinigten Staaten in diesem Jahr zusteuern, ist stark genug, den langfristigen Trend weiterzuführen, aber nicht so stark, dass die Notenbank aus Angst vor einer Überhitzung gegensteuern müsste. In Europa sind die Aussichten mit einem möglichen Wachstum im Bereich um ein Prozent gedämpfter, eine Rezession ist aber nicht in Sicht. Für die Börsen insgesamt ist das ein vielversprechender Mix für eine Fortsetzung des bisherigen Trends.3.: Die Gewinne der Unternehmen sind höher als erwartetDie Allianz und andere große Versicherer verdienen derzeit so viel wie nie zuvor, weil die Nachfrage nach Sicherheit groß ist, erhöhte Zinsen den Assekuranzen gute Renditen ermöglichen und die Unternehmen in ihren Abläufen hocheffizient geworden sind.Flugzeugbauer Airbus und Triebwerkshersteller MTU werden vom Boom in der Luftfahrt und – wie vor allem Rheinmetall – von langfristigen Rüstungsaufträgen beflügelt.Die Deutsche Bank hat nach langen Jahren und einem eindrucksvollen Turnaround neue Rekordgewinne erreicht, die Deutsche Börse AG gehört seit Jahren zu den Wachstumswerten in Deutschland.Und was für den Dax gilt, gilt für die weltweit führenden Unternehmen erst recht: Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, AMD, Goldman Sachs und Caterpillar – junge und alte Ikonen der US-Börse – werden aller Voraussicht nach in diesem Jahr netto so viel wie nie zuvor verdienen. Und wenn die operativen Geschäfte der wichtigsten Unternehmen weltweit auf Rekordkurs sind, haben die Kursrekorde an den Börsen eine echte Basis.4.: Die Lage an den Börsen ist besser als die Stimmung vieler AnlegerAls die Weltbörsen im März nach dem Angriff der USA auf den Iran abrutschten, sackte der Fear-and-Greed-Index des amerikanischen Fernsehsenders CNN tief in den Bereich „extreme Furcht“. Nachdem es dann im April und Mai zu einer starken Kurserholung kam, kletterte er schnell wieder in den Bereich „Gier“. So, wie sich die große Furcht unter Anlegern letztlich als Kaufsignal herausstellte, war die rasche Zuversicht im Frühjahr dann wieder ein Warnsignal vor neuen Rückschlägen.Allerdings vollzog sich im Juni und Juli etwas Bemerkenswertes: Während die Stimmung unter den Anlegern wieder in den Bereich Furcht kippte, hielten sich die Kurse an den Börsen selbst ziemlich gut. Es gab zwar Rückschläge, besonders bei hochgejubelten KI-Aktien; zugleich aber stabilisierten Klassiker aus den Branchen Banken, Versicherungen und Energie den großen Trend.Online-Modehändler Warum Anleger wieder auf Zalando setzen Am Dienstag legt der Modehändler Zalando seine Zahlen für das zweite Quartal vor. An der Börse zeigten sich die Anleger schon am Montag optimistisch. von Susanne BickelDie Börsen quittierten die verbreiteten Ängste vieler Marktteilnehmer nur mit einer Korrektur und nicht mit einem gesamten Rückgang. Mit anderen Worten: Während ängstliche Anleger von Crash-Gefahren sprachen, nutzten smarte Investoren die Zitterpartie für eine Neupositionierung – um dann in der nächsten Anstiegsphase wieder mit von der Partie zu sein.5.: Dank starker Klassiker, günstiger Aufholkandidaten und finanzstarker Krisenunternehmen ist der Dax besser als sein RufVon den 40 Aktien im Dax verlaufen derzeit acht Werte im Bereich ihrer Höchstkurse: Allianz und Siemens, die großen Zugpferde im Dax, liefern seit Jahren gute Zahlen, starkes Wachstum und verlässliche Prognosen.Der Deutschen Bank gelang nach langen Jahren ein beeindruckender Turnaround; die Commerzbank hat sich so gut entwickelt, dass sie zum begehrten Übernahmekandidaten wurde. Dazu kommen mit Gea, Hochtief, MTU und Airbus zum Teil junge Aufsteiger mit langfristig vielversprechenden Aussichten.Neue Kaufsignale kommen hinzu: Daimler Truck profitiert vom starken US-Geschäft, die Deutsche Post baut ihre Position als weltweit führender Logistiker aus, die Darmstädter Merck steht vor einer neuen Expansionsphase.Auch Konsolidierungen bieten Chancen: Hannover Rück und Münchener Rück litten unter Prämiendruck, dürften diese Belastung aber durch rückläufige Kurse bald ausgeglichen haben. Die Deutsche Börse AG wurde als KI-Opfer abgeschrieben, jetzt ist sie mit neuer Expansion wieder auf Wachstumskurs.Der nächste große Wendekandidat könnte BASF werden, wenn die Aktie über 55 Euro klettert; Chemiehändler Brenntag sieht ähnlich aus. Mittelfristig dürfte Beiersdorf trotz der jüngsten Prognosekürzung bald wieder drehen, Konkurrent Henkel hat es schon vorgemacht. Und natürlich SAP, die im Bereich um 130 Euro nach durchaus guten Zahlen gerade einen ersten, vielversprechenden Erholungsansatz unternehmen.Völlig offen ist noch das Schicksal der Autowerte, die nach neuen Prognosekürzungen an der Börse in einen regelrechten Überlebenskampf gerutscht sind. Auch wenn hier die strategischen und operativen Problem erdrückend sein mögen, stehen in den Bilanzen der großen Autohersteller nach wie vor enorme Werte, die sich jetzt als wichtiger Puffer erweisen könnten.Kurstechnisch wäre es ein gutes Zeichen, wenn die Autoaktien in der gerade allgemein starken Börsenphase nun ebenfalls auf Käufer stießen.Insgesamt hat der Dax durch sein neues Hoch in kritischen Zeiten ein wichtiges Signal für die Fortsetzung des großen Trends gegeben. Seit 2022 ist der Dax von 12.000 auf über 25.000 Punkte gestiegen. Ähnlich wie in den Jahren 2021 und 2023 kam es 2025 und in der ersten Hälfte 2026 zu mittelfristigen Konsolidierungen. Hält dieser Trend an, kann der Dax bis nächstes Jahr Notierungen um 30.000 Punkten erreichen. Kurzfristig wäre es gut, wenn der Index nicht mehr unter die Bandbreite 24.000 bis 25.000 Punkten rutscht. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick