Diese Woche gab es für den deutschen Aktienindex Dax nur eine Richtung: nach oben. Während er am Wochenanfang bei rund 25.400 Punkten startete, notierte er am Freitag bei 25.875 Punkten – und damit nur wenige Punkte von seinem Rekordhoch entfernt. Anfang Juli erreichte er 25.900 Punkte und damit so viel wie nie zuvor. Damit zeichnete sich auf Wochensicht ein Plus von fast zwei Prozent ab. Wo liegen die Gründe für die Rally?In erster Linie kam Unterstützung von den spürbar sinkenden Ölpreisen, auch wenn die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt. Doch vor allem wurde der deutsche Aktienindex von einer beeindruckenden Erholung von Technologieaktien in Asien und den Vereinigten Staaten angetrieben.Rekord-Kursgewinn in SüdkoreaAn der Wall Street waren die Aktien von Microsoft am Donnerstag um mehr als 15 Prozent in die Höhe geschossen. Der Börsenwert stieg um 450 Milliarden Dollar, das war der größte Tagesgewinn einer Firma an der Wall Street überhaupt. Der Softwarekonzern übertraf mit seinen Prognosen für Umsatz und Cloud-Wachstum die Erwartungen und beruhigte mit geringeren Investitionsausgaben als befürchtet die Sorgen der Anleger vor ausufernden Kosten für Künstliche Intelligenz (KI). Die Marktstrategen der Deutschen Bank sprachen von einem guten Omen für die Nachfrage in den Bereichen KI und Cloud.Der Optimismus schlug voll nach Südkorea durch, wo der Leitindex Kospi für Aufsehen sorgte. Er schloss am Freitag fast 18 Prozent im Plus, was den größten Tagesgewinn des Index in seiner Geschichte bedeutet. Der südkoreanische Markt hängt dabei sehr stark von zwei eng mit der KI-Konjunktur verzahnten Aktien ab, die zusammen knapp die Hälfte der Marktkapitalisierung des Kospi ausmachen: Samsung und SK Hynix. Das etablierte Schwergewicht ist dabei natürlich der Elektronikkonzern Samsung, der am Donnerstag Quartalszahlen präsentierte. Vor allem die steigenden Gewinne im Bereich seiner momentan stark nachgefragten Speicherchips bestimmen aktuell die Entwicklung von Samsung: Die Halbleitersparte von Samsung zog im vergangenen Quartal das gesamte Unternehmen nach vorn, da sich deren Gewinn um das 250-Fache erhöht hatte. Am Freitag legten Samsung-Aktien einen Kurssprung von annähernd 27 Prozent hin.Der Speicherproduzent SK Hynix präsentierte als Nummer zwei seine Zahlen bereits am Mittwoch. Das Unternehmen verfehlte trotz eines großen Zuwachses die hohen Gewinnerwartungen von Analysten. Infolgedessen fiel der Aktienkurs am Donnerstag stark. Belastet hatte die Kurse auch, dass chinesische Unternehmen zuletzt große Fortschritte in der Herstellung eigener Halbleiter vermeldet hatten und der Konkurrenzdruck für die südkoreanischen Unternehmen steigen könnte. Ungeachtet dessen machten SK-Hynix-Aktien am Freitag noch einmal einen Satz von 30 Prozent nach oben.Eine Erklärung für die starken Ausschläge dieser Woche mit markteigenen Kräften lieferte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. „Es verdichten sich Hinweise darauf, dass ein großer Teil der Kursverluste an der südkoreanischen Börse auf die Auflösung gehebelter Positionen von Privatanlegern und spekulativen Hedgefonds zurückzuführen ist“, merkte Stanzl zu der vorangegangenen Korrektur an. Seit Ende Juni hatte der Kospi gut 40 Prozent seines Wertes eingebüßt. Nun sei eine starke Gegenbewegung erfolgt.Die weitere Entwicklung bleibe angesichts der extremen Schwankungen abzuwarten, sagt Analyst Stanzl. „Ob der Markt nun bereinigt und damit in der Lage ist, einen neuen Boden auszubilden, muss sich erst noch erweisen“, so Stanzl. „Die Hoffnung wächst aber, dass KI-Aktien nun genügend Risiko eingepreist haben könnten, um langsam in eine Phase der Bodenbildung über die kommenden Wochen überzugehen.“ Auf Wochensicht liegt der Kospi trotz des kräftigen Sprungs etwa 1,5 Prozent im Minus.Die Rally ist allerdings kein Freifahrtschein für alle Unternehmen mit guten Nachrichten. Aber auch in Deutschland gab es Bewegung, am meisten wohl bei Adidas. Zwar steigerte der Sportartikelhersteller den währungsbereinigten Umsatz im zweiten Quartal um 14 Prozent auf den Rekordwert von 6,7 Milliarden Euro und hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Doch der Gewinn blieb hinter den Erwartungen zurück, das operative Ergebnis fiel mit 574 Millionen Euro niedriger aus als von Analysten erwartet. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise rund 17 Prozent. An Adidas zeigte sich damit, wie hoch die Ansprüche der Anleger inzwischen sind: Starkes Wachstum und eine bessere Umsatzprognose reichen nicht, wenn die Gewinnentwicklung nicht mithält: Während Anleger bei Microsoft und Samsung bereit waren, die Zukunft der KI einzupreisen, bestraften sie Adidas für einen Gewinn, der nicht mit den hohen Erwartungen Schritt hielt.
DAX nahe Rekordhoch: Samsung und Microsoft als Treiber
Der Dax befindet sich weiter auf Rekordjagd. Das liegt weniger an der eigenen Stärke als an guten Vorgaben aus Asien.













