Die Beratungsfirma PwC hält grünen Stahl aus Deutschland für nicht konkurrenzfähig. Gewerkschaftskreise warnen vor einer Aufgabe der Produktion.

Ungewisse Zukunft: Hüttenwerke Krupp-Mannesmann in Duisburg

Jochen Tack/imago

Regelt es der Markt, könnte es in 10, 15 Jahren keine mitteleuropäische Rohstahlproduktion mehr geben. „Für Mitteleuropa zeigt sich in keinem Szenario die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Primärstahlproduktion“, schreibt die Beratungsfirma PWC in einer am Montag veröffentlichen Studie. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Stahl klimafreundlich mit Wasserstoff oder traditionell mit Kohle erzeugt wird. Insbesondere in Indien und der Golfregion seien die Wettbewerbsvorteile bei Energie- und Rohstoffpreisen zu hoch.

Allein in Skandinavien soll künftig eine konkurrenzfähige grüne Stahlproduktion möglich sein. PWC legt deshalb nahe, die energieintensive Rohstahlproduktion ins Ausland auszulagern. Lediglich in der „wissensintensiven“ Weiterverarbeitung und der Stahlgewinnung aus Schrott sieht die Beratungsfirma eine wettbewerbsfähige Zukunft. Gewerkschaftskreise warnen allerdings davor, den Standort aufzugeben.