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Der Tod des deutschen Parlamentarismus begann mit einem Schlaganfall. Schon lange fühlte sich Reichsaußenminister Gustav Stresemann krank. In der Nacht zum 3. Oktober 1929 erlitt er einen Hirnschlag, im Morgengrauen folgte ein zweiter, der seinem Leben ein Ende setzte. Die Nachricht vom Tod des Mannes, der durch seine Politik der Aussöhnung mit Frankreich für Entspannung in Europa gesorgt hatte, löste im In- und Ausland Erschütterung aus.
»Es ist ein unersetzlicher Verlust«, klagte der Diplomat und Kunstmäzen Harry Graf Kessler, der sich gerade in der französischen Hauptstadt aufhielt. »Ganz Paris empfindet seinen Tod wie ein fast nationales Unglück.« War es das Ende der Verständigungspolitik? Kessler befürchtete vor allem »sehr ernste innenpolitische Folgen, das Abrücken der Volkspartei nach Rechts, einen Bruch der Koalition, Erleichterung der Diktatur-Bestrebungen«, wie er in seinem Tagebuch festhielt.







