PfadnavigationHomePanoramaVerwahrlosungZahlungsrückstände von rund 60.000 Euro – Eigentümer wollen Göttinger „Problem“-Plattenbau räumenStand: 16:57 UhrLesedauer: 2 MinutenBlick auf den Wohnkomplex in der Groner Landstraße in GöttingenQuelle: picture alliance/dpa/Moritz FrankenbergVermüllt, verbrannt, verpestet: Ein Wohnkomplex in Göttingen macht immer wieder Schlagzeilen. Nun will die neue Eigentümerfirma einen Großteil der Bewohner loswerden: Ihnen drohen Räumungsklagen.Hunderten Bewohnern des als „Bunker“ bekannten Wohnkomplexes in Göttingen drohen Räumungsklagen. Das teilte die Immobiliengesellschaft Sivius mit, der die meisten Wohnungen in dem verwahrlosten Gebäude in Bahnhofsnähe gehören. Ziel sei es unter anderem, ungeklärte Mietverhältnisse und erhebliche Zahlungsrückstände zu ordnen.Betroffen von den Klageplänen sind laut Sivius rund 118 Wohnungen und schätzungsweise 300 Menschen. Ab kommender Woche sollen die ersten Klagen bei Gericht eingehen.Grund für das Vorgehen seien teilweise überbelegte Wohnungen sowie vor allem Zahlungsrückstände von monatlich rund 60.000 Euro. „Die Forderungen sind über die vergangenen Monate und teilweise über mehrere Jahre entstanden“, teilte das Unternehmen mit.Lesen Sie auch„Wir haben über Monate versucht, Lösungen zu ermöglichen und gerichtliche Verfahren zu vermeiden“, betonte das Unternehmen in einer Mitteilung. Die Klagen würden zudem keine direkte Räumung bedeuten. Darüber würden Gerichte im Einzelfall entscheiden. Sivius kritisierte auch die Stadt Göttingen: So seien bei der Verwaltung noch zahlreiche Anträge zur Übernahme von Mietschulden offen.Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass Sivius die meisten Wohnungen in dem Gebäude an der Groner Landstraße 9 über eine Tochtergesellschaft übernommen hat. Sivius-Geschäftsführer Taha Jacobi sagte damals, er wolle „die Immobilie sanieren und wieder zu einem attraktiven Wohnangebot entwickeln“. Die Immobiliengesellschaft sagte jetzt, dass die Zahlungsrückstände die Sanierung des Gebäudes erschweren würden. Der 432-Wohnungen-Komplex sorgt wegen der Lebensumstände dort regelmäßig für Schlagzeilen.Am Montag wurde zudem bekannt, dass zwischenzeitlich ein Stopp der Fernwärme-Versorgung des Gebäudes im Raum stand. Das „Göttinger Tageblatt“ berichtete von ausstehenden Zahlungen an die Stadtwerke Göttingen. Die Wohnungseigentümergemeinschaft und der Versorger hätten sich aber einigen können. Die Stadtwerke und Sivius äußerten sich dazu bisher nicht.Lesen Sie auchIm vergangenen Jahr hatte die defekte oder abgestellte Heizung immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Ob sie inzwischen wieder in Betrieb ist, ist unklar.Lesen Sie auchDas Gebäude an der Groner Landstraße 9 war in der Vergangenheit immer wieder in den Schlagzeilen. Vermüllte, ausgebrannte oder anderweitig unbenutzbare Wohnungen, kaputte Autos im Hinterhof sowie Ungezieferbefall sorgten überregional für Aufsehen. Ein Mitarbeiter der zuständigen Hausverwaltung hatte gegenüber WELT im vergangenen Jahr erklärt: „Ich muss es so formulieren, einige der Bewohner sind nicht wohnfähig. Mit ‚nicht wohnfähig‘ meine ich, dass sie Müll überall hinwerfen, Kinder mit Bierflaschen abwerfen oder Müll in den Wohnungen anzünden.“ Bewohner hatten die Situation als „Katastrophe“ bezeichnet. Gleichzeitig sei es schwer, mit dieser Adresse eine neue Wohnung zu finden.dpa/lfb
Göttingen: Zahlungsrückstände von rund 60.000 Euro – Eigentümer wollen „Problem“-Plattenbau räumen - WELT
Vermüllt, verbrannt, verpestet: Ein Wohnkomplex in Göttingen macht immer wieder Schlagzeilen. Nun will die neue Eigentümerfirma einen Großteil der Bewohner loswerden: Ihnen drohen Räumungsklagen.






