Vielleicht muss man, um überhaupt begreifen zu können, was hier gerade vor sich geht, zwei Jahre zurückgehen. 2024 stattete Ersan Mondtag auf der Kunstbiennale in Venedig den deutschen Pavillon aus, machte aus diesem einen begehbaren Erinnerungsraum, voller Staub und verblasstem Interieur. Der Besucher der Gegenwart wanderte durch drei Stockwerke, die von einem Jahrzehnte zurückliegenden Gastarbeiterleben erzählten. Aber nicht als Museum, sondern in einer Art faszinierender Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, so in etwa baute sich das der Kopf des Betrachters zusammen. Etwas Ähnliches, nur andersrum, passiert nun in der Oper „Ariadne auf Naxos“, die Mondtag bei den Salzburger Festspielen inszeniert hat: Der Besucher der Gegenwart starrt in eine Welt von morgen. Was er damit anfängt, bleibt ihm überlassen.
„Ariadne auf Naxos“ bei den Salzburger Festspielen: Ziemlich viel Betrieb im All
Ersan Mondtag versetzt Richard Strauss’ Ariadne auf den Mars. Da geht es wirr zu. der Buhsturm für ihn aber war vor allem eins: erfrischend.








