Es ist ein schockierender Fall, für den sich von Mitte Oktober an ein 25 und ein 29 Jahre alter Mann sowie ein Sechzehn- und ein Siebzehnjähriger vor dem Landgericht Arnsberg verantworten müssen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft haben die vier deutschen Staatsbürger eine 33 Jahre alte Frau zwischen Ende Juli und Anfang November 2025 wiederholt in einem Reihenhaus in Soest erniedrigt, misshandelt und gefoltert.Laut einer Mitteilung des Landgerichts wird den Angeklagten unter anderem Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Zwei der Männer sollen die Frau außerdem vergewaltigt haben. Einer soll sie mit Gummigeschossen verletzt, einer soll sie zweimal für etwa eine Stunde an ein Heizungsrohr gefesselt haben.Anfang November war die teilweise entkleidete Frau dann nach Erkenntnissen der Ermittler von ihren Peinigern mit Handschellen und einem Fahrradschloss an einen Balken auf der Terrasse des Hauses gehängt worden – wodurch erstmals Nachbarn auf ihr Martyrium aufmerksam wurden und die Polizei riefen. Wenig später stürmten Einsatzkräfte das Reihenhaus, nahmen den 29 Jahre alten Hauptverdächtigen – der nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung vor dem Fernseher gesessen haben soll – fest und befreiten die lebensgefährlich unterkühlte und bewusstlose Frau. Sie musste monatelang im Krankenhaus behandelt werden. Auch der 25 Jahre alte Mann befindet sich in Untersuchungshaft. Die beiden Heranwachsenden befinden sich auf freiem Fuß.Sie soll auch dazu gezwungen worden sein, Kot zu essenBei dem Opfer soll es sich um eine Obdachlose handeln, die in Soest auf der Straße lebte. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler nutzten die mutmaßlichen Täter die Notlage der Frau aus, boten ihr Essen und eine Unterkunft an und machten sie psychisch abhängig. Im Haus soll die Frau dann für angebliches Fehlverhalten maximal grausam bestraft worden sein. Nach einem Bericht des WDR wurde die Dreiunddreißigjährige auch gezwungen, Kot zu essen.Das Martyrium der Obdachlosen erinnert teilweise an den Fall des „Horrorhauses von Höxter“. Über Jahre hinweg hatte das hoch manipulative Paar Wilfried und Angelika W. Frauen per Kontaktanzeigen auf ihren heruntergekommenen Hof im ostwestfälischen Höxter-Bosseborn gelockt, seelisch abhängig gemacht und körperlich schwer misshandelt. Zwei der Opfer überlebten die Torturen nicht. Im Oktober 2018 verurteilte das Landgericht Paderborn Angelika W. als vermeintlich treibende Kraft zu 13 Jahren Haft. Gegen den damals als geistig eingeschränkt und vermindert schuldfähig eingeschätzten Wilfried W. verhängte die Kammer nur elf Jahre Haft und ordnete die Unterbringung in der Psychiatrie an.Dort kamen bald Zweifel an den im ersten Prozess erstellten Gutachten auf. Diesen Zweifeln schloss sich 2020 ein Gericht an, das W. als schuldfähig einstufte und ihn im regulären Strafvollzug unterbringen ließ. Im November 2023 ordnete das Landgericht Paderborn dann an, dass Wilfried W. nach Verbüßen seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss.
Folterfall Soest: Obdachlose monatelang gequält und misshandelt
Mehrere Männer sollen eine obdachlose Frau in Soest wochenlang misshandelt, vergewaltigt und gefoltert haben. Sie musste nach ihrer Befreiung monatelang im Krankenhaus behandelt werden.









