Gianni Infantinos Zeit als Fifa-Präsident geht zu Ende. Die taz stellt Kandidaten vor, die die Korruptionstradition des Verbands weiterführen könnten.

Alt, aber noch gut: Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter

Urs Flueeler/Keystone/dpa

Joseph „Sepp“ Blatter

Der Schweizer kennt den Laden. Von 1998 bis 2016 war er Fifa-Präsident. Als Godfather der modernen Sportkorruption ist er prädestiniert für das Amt. Er war es, der aus der Fifa einen Selbstbedienungsladen für Großfunktionäre gemacht hat, die sich an den reichlich sprudelnden Einnahmen aus TV-Rechten für die Weltmeisterschaften nach Belieben bedienen konnten. Als 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden etliche Fußball-Granden festgenommen wurden, blieb er in Freiheit. Das muss man als Chef dieser Bande erst mal schaffen. Heute gibt Blatter allen Ernstes Interviews, in denen er sagt: „Der Fußball darf nicht verkauft werden.“ Aber ist nicht sein hohes Alter ein Hindernis? 90 Jahre alt ist Blatter nun und damit gerade einmal zehn Jahre älter als US-Präsident Donald Trump. Ein Teil seiner Sammlung wertvoller Uhren soll sich immer noch in der Fifa-Zentrale in Zürich befinden. Höchste Zeit für eine Wiedervereinigung?