Der deutsche Ingenieur- und IT-Arbeitsmarkt sendet widersprüchliche Signale. Noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011 waren so viele Fachkräfte in technischen Berufen arbeitslos wie derzeit, und dennoch klagen Unternehmen über Tausende unbesetzte Stellen. Der neue VDI-/IW-Ingenieurmonitor, dessen Ergebnisse am Sonntag in Berlin vorgestellt wurden, beziffert die Zahl der Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen im vierten Quartal 2025 auf 58.392. Das ist ein historischer Höchststand. Gleichzeitig verzeichnet die Statistik 96.760 offene Stellen – ein Rückgang von 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber immer noch ein enorm hohes Niveau.
Das Papier, das der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) künftig zweimal jährlich veröffentlichen wollen, zeichnet das Bild eines tief gespaltenen Arbeitsmarktes. VDI-Direktor Adrian Willig sagte bei der Präsentation: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir zwischen kurzfristiger Konjunkturlage und langfristigem Fachkräftebedarf unterscheiden müssen.“ Die Energiewende, die Modernisierung der Infrastruktur und die Digitalisierung würden den Bedarf an technischen Kompetenzen langfristig prägen – unabhängig von konjunkturellen Dellen.







