Seit sich die AfD Niedersachsen im Brettorfer Schützenhaus eingemietet hat, prasselt auf die Leute im Dorf einiges ein. Ein Besuch auf dem Schützenfest.
Regenbogenfahne auf dem Brettorfer Schützenfest: Werte, die mit denen der AfD nichts gemeinsam haben
An fast jeder zweiten Straßenlaterne des kleinen Ortes Brettorf hängt in mehreren Metern Höhe ein blaues AfD-Plakat mit Slogans wie „Abschieben statt Einfliegen“. Im September ist Kommunalwahl in Niedersachsen. AfD-Hochburg, lassen die vielen Plakate vermuten, wären da nicht die weißen Banner in den Vorgärten. Auf einem von ihnen steht: „Als wir Frauen mehr Rechte wollten, meinten wir keine Nazis.“
Auf einem anderen: „Rechtspopulismus spaltet! Demokratie verbindet!“ Auf dem Weg durch die kleinen Straßen mit liebevoll renovierten Höfen und Einfamilienhäusern mit großen Gärten, Spielhäusern, Schaukeln und Carports, wechseln sich die weißen Banner und die blauen Plakate ab. Dazwischen immer wieder weiß-grüne Fahnen und Girlanden. Es ist Schützenfest.
Das alte Dorf, das heute ein Ortsteil der Gemeinde Dötlingen im Landkreis Oldenburg ist, hat nach offizieller Zählung 931 Einwohner*innen. Restaurants, Einkaufsläden oder Tankstellen gibt es hier keine. Aber den Schützenhof. Das Schützenfest, bei dem die Brettorfer*innen jedes Jahr zusammenkommen, findet da, anders als der Name vermuten ließe, allerdings nicht statt. Denn dort hat sich die AfD eingemietet. Bereits mehrmals tagte die Partei in dem alten Gasthaus.








