Nach dem Zusammenstoß von zwei zur Bekämpfung von Waldbränden eingesetzten Hubschraubern hat die griechische Staatsanwaltschaft Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache eingeleitet. Die Polizei wurde mit entsprechenden Untersuchungen beauftragt, teilten die Behörden am Montag mit. Die Unfallstelle sei gesichert worden.Bei der Kollision im Westen Attikas waren am Wochenende zwei Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Opfer waren ein dänischer Pilot und ein Grieche, der als Verbindungsoffizier und Koordinator an Bord des Hubschraubers war. Der Unfall ereignete sich bei der Bekämpfung der Waldbrände, die seit Tagen in mehreren Teilen Griechenlands wüten. Die Besatzung des zweiten Hubschraubers, die aus einem britischen Piloten und einem griechischen Verbindungsoffizier bestand, überlebte den Unfall nach inoffiziellen Angaben mit leichten Verletzungen. Der Moment der Kollision wurde von Zeugen auf einem Video festgehalten, das im Netz kursiert. Darauf ist zu sehen, wie einer der beiden Hubschrauber Feuer fängt und abstürzt.Archäologische Stätte wird geschlossenIn mehreren Teilen des griechischen Festlands und auf einigen Inseln toben seit mehreren Tagen Waldbrände, die Evakuierungen von mehreren Orten und Straßenabsperrungen nötig machten. So mussten mehrere hundert Einwohner und Touristen aus der mittelgriechischen Küstensiedlung Agios Vasileios über das Meer in Sicherheit gebracht werden, nachdem die Flammen den wichtigsten Zufahrtsweg zu dem Ort abgeschnitten hatten und auch ein Nebenweg durch Feuer blockiert worden war. Die von den schnell vorrückenden Bränden bedrohten Menschen wurden mit Schiffen der Küstenwache und der Feuerwehr sowie mit Fischerbooten zunächst an einen nahe gelegenen Strand gebracht.Auch am westlichen Stadtrand von Athen brach ein Feuer aus. Die archäologische Stätte von Mykene wurde vorsorglich geschlossen, nachdem in der Umgebung ebenfalls Brände ausgebrochen waren. Ein Industriegebiet bei der Stadt Megara westlich der griechischen Hauptstadt wurde geschlossen. Die Einwohner von sechs Dörfern in der Nähe mussten ihre Häuser auf Anweisung der Behörden verlassen.Nachts, wenn Löschflugzeuge nicht eingesetzt werden können, legt die Feuerwehr in der betroffenen Region mit Bulldozern und Baggern Brandschneisen an, um die Ausbreitung der Flammen einzuhegen oder wenigstens zu verlangsamen. Bei den Bränden westlich von Athen vermuten die Behörden Fahrlässigkeit als Ursache. Ein Kabelbrand in einem Windpark könnte demnach die Feuer ausgelöst haben.Drei Feuerwehrleute sterbenAuch auf Kreta kommt es zu großen Bränden. Die Löscharbeiten werden durch böige Winde erschwert, die immer wieder Glutnester anfachen. Zeitweilig machten orkanartige Böen den Einsatz der Löschflugzeuge über Kreta sogar vollkommen unmöglich. Für acht Dörfer in der kretischen Region Rethymno erließen die Behörden Evakuierungsanordnungen. Vor Kreta wurden nach griechischen Medienberichten auch Schiffe der europäischen Grenzschutzagentur Frontex eingesetzt, um Menschen in Sicherheit zu bringen.Insgesamt sind mehr als ein halbes Dutzend Löschflugzeuge im Einsatz. Zudem wird die griechische Feuerwehr durch Einsatzkräfte aus mehreren EU-Staaten unterstützt, so aus Frankreich und Rumänien. Bisher kamen drei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten ums Leben, zwei auf Kreta und ein weiterer auf dem Festland. Außer Kreta sind auch weitere Inseln von Bränden betroffen. Auf der Insel Kefalonia mussten acht Siedlungen geräumt werden. Auf den Inseln Paros und Andros wurden ebenfalls Dörfer evakuiert.Ein Frühwarnsystem rettet MenschenlebenGriechenland hat seit der Brandkatastrophe in dem Badeort Mati bei Athen erheblich in ein Frühwarnsystem investiert, was sich auch schon mehrfach ausgezahlt hat. So erhalten Menschen in von Bränden bedrohten Gebieten über ihre Mobiltelefone Warnmeldungen, verbunden mit Anweisungen, in welche Richtung man sich vor den Flammen in Sicherheit bringen soll.In der teilweise illegal in einem Waldgebiet errichteten Ortschaft Mati waren 2018 mehr als 100 Menschen in kürzester Zeit in den Flammen ums Leben gekommen, als böige Winde einen Brand in großer Geschwindigkeit auf die Siedlung zugetrieben hatten. Die hohe Opferzahl wurde auch darauf zurückgeführt, dass es seinerzeit noch kein effektives Warnsystem gab. Heute retten rechtzeitige Warnungen Menschenleben.Dennoch schwor Regierungschef Mitsotakis seine Landsleute auf schwierige Zeiten ein. Griechenland stehe vor „äußerst schwierigen Tagen mit extremen Wetterbedingungen“, warnte der Ministerpräsident schon Ende vergangener Woche. Er sagte Menschen, deren Häuser durch die Flammen zerstört wurden, staatliche Unterstützung zu. „Wir müssen ehrlich miteinander sein“, warnte Mitsorakis jedoch auch. „In den vergangenen Jahren haben wir mehr denn je in die Stärkung des Zivilschutzes investiert (…) Aber es gibt Zeiten, in denen die Natur und die Gewalt der Wetterbedingungen jede menschliche Planung und operative Fähigkeit übersteigen.“
Hubschrauberunfall bei Waldbränden in Griechenland: Staatsanwaltschaft ermittelt
Nach dem Hubschrauberabsturz in Griechenland mit zwei Toten ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Brände in vielen Teilen des Landes wüten unterdessen weiter.










