Seoul, Sydney. Der Ölpreis ist nach dem von US-Präsident Donald Trump abgesagten Angriff auf den Iran deutlich gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar, also knapp 7 Prozent weniger.Zuvor will Trump den seinen Worten nach größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abgesagt haben, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben. Die Gespräche sollen am Montagnachmittag stattfinden, wie Trump ankündigte.Es blieb zunächst unklar, wo die Verhandlungen geführt werden sollen, wie lange sie dauern dürften und wer genau daran beteiligt sein wird. Aus dem Iran gab es in der Nacht zunächst keine Bestätigung für geplante Gespräche.Der fallende Ölpreis konnte die Börsenkurse in Ostasien zunächst kaum anfachen. Bis 12:30 Uhr (Ortszeit) sank der südkoreanische Leitindex Kospi um knapp fünf Prozent, der japanische Nikkei 225 gab um 1,7 Prozent nach. Die schwache Kursentwicklung lag laut Experten vor allem an der wachsenden Sorge, dass der Boom rund um Künstliche Intelligenz allmählich nachlassen könnte.Die Börse in Hongkong reagierte am Montag zunächst kaum verändert, der Leitindex Hang Seng stieg um 0,2 Prozent. An den chinesischen Festland-Börsen notierte der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten rund 0,8 Prozent im Minus.Straße von Hormus weiter im FokusBesondere Bedeutung bei den Verhandlungen dürfte eine Regelung zur Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr haben. Zudem soll auch das umstrittene Atomprogramm des Irans Gegenstand der Gespräche sein. Die beiden Themenkomplexe dominierten auch schon vorherige Verhandlungsrunden, die in Pakistan und der Schweiz stattfanden.Handelsschiffe in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas: Die faktische Blockade ist für den Iran seit Kriegsbeginn das wohl wirksamste Druckmittel. Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpaTrump hatte den nach seinen Angaben geplanten Großangriff in der Nacht zum Samstag unter Verweis auf Fortschritte bei den diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende vorerst abgesagt. Er sprach von den „Umrissen einer Einigung“, die sich abzeichneten. Allerdings steht er mit dieser Darstellung allein auf weiter Flur, vom Tenor gleichlautende Äußerungen aus anderen Staaten der Region gibt es bislang nicht.Trump: Angriff wäre für Iran „verheerend gewesen“Trump bekräftigte seine Darstellung, dass das US-Militär nur auf Bitten des wichtigen Verbündeten Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und des Irans quasi in letzter Minute von einer neuen Welle vernichtender Angriffe auf den Iran abgesehen habe. „Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) vor Journalisten an Bord seiner Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington.
Iran-Krieg: Ölpreis sinkt nach Trumps abgesagtem Iran-Angriff deutlich
US-Präsident Donald Trump hat einen geplanten Angriff des US-Militärs auf Ziele im Iran vorerst abgesagt. Der Ölpreis sinkt. Doch die Börsen in Ostasien reagieren wenig euphorisch.











