Der Staatssekretär im Umweltministerium Jochen Flasbarth (SPD) ist der Überzeugung, dass es für den Sommer 2027 eine bundesweite Anstrengung braucht, wenn es um die Bewältigung der Hitze und ihrer Folgen geht. Zwar gebe es bereits auf Landesebene Hitzeaktionspläne - aber eben nicht überall.

»Ich glaube, die Lektion, die wir aus diesem Sommer gelernt haben, ist: Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammenbündelt«, sagte der Politiker im ZDF-»heute journal«. »Wir müssen alle zusammen die Ärmel hochkrempeln.«Handlungsbedarf sieht Flasbarth bei den Städten und Kommunen. Dies sei »kein Wegdrängen der Verantwortung«. Vielmehr müsse Städteplanung Hitzeschutz mitdenken: So müsse man sich zum Beispiel fragen, ob es vernünftig sei, mitten in Berlin »einen Gendarmenmarkt für viel Geld zu sanieren und dabei keinen einzigen Baum zu pflanzen«.

»Hitzeschutz ist Aufgabe der Krankenhausträger«Zur schwierigen Situation der Krankenhäuser, in denen Patienten vielfach unter den Temperaturen leiden, weil kaum Klimaanlagen vorhanden sind, verwies Flasbarth auf die Verantwortung der Betreiber: Hitzeschutz sei »natürlich in erster Linie Aufgabe der Krankenhausträger«.In diesem Zusammenhang übte Flasbarth scharfe Kritik am Bundesrechnungshof. Es gebe vom Bundesumweltministerium das Programm »Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen«. Der Bundesrechnungshof habe aber »massivst kritisiert, dass wir damit unsere Kompetenzen weit übersteigen«.