Gebäudereinigung ist eine der prekärsten Branchen auf dem Arbeitsmarkt. Trotzdem will sie ihren Job nicht missen, erzählt Reinigungskraft Sevilay Bedir.
Hat den Aufstieg geschafft: Sevilay Bedir
Jonas Wahmkow
Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Die geräumige Gemeinschaftsküche eines mittelgroßen IT-Unternehmens in Moabit füllt sich langsam. Ein Mitarbeiter zieht sich gerade einen Kaffee am Vollautomaten, plauscht mit einer Kollegin, die gerade in einer Tupperdose ihr Müsli vorbereitet. Während für die meisten Beschäftigten der Arbeitstag gerade erst anfängt, geht er für Sevilay Bedir bereits zu Ende.
„Leider müssen wir früh anfangen, bis 8 Uhr muss die Reinigung fertig sein“, erklärt Bedir, während sie an einem der Tische in der Küche sitzt. Früh, das ist 4 Uhr morgens, manchmal schon 3.30 Uhr. Als Objektleiterin ist Bedir für die Reinigung aller vier Gebäude des IT-Unternehmens verantwortlich. Müdigkeit ist ihr nicht anzumerken, stattdessen wirkt sie vor dem taz-Interview aufgeregt „Das frühe Aufstehen ist das Schwierigste an dem Job. Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.“








