Vor ihrem Wahlkreisbüro in Kreuzberg steht der schwarze Bollerwagen schon bereit. Darin liegen Wahlplakate mit der Aufschrift „Mietabzocke stoppen“, Kabelbinder und eine Leiter. Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp steckt noch schnell ihr Smartphone weg. Gerade hat sie ein kurzes Video für die sozialen Netzwerke aufgenommen. Dann setzt sich die kleine Gruppe Richtung Görlitzer Bahnhof in Bewegung.

Sieben Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus beginnt am Sonntag die heiße Phase des Straßenwahlkampfs. Während die meisten Helfer bereits auf ihren zuvor festgelegten Routen unterwegs sind, hängt die Bürgermeisterkandidatin die ersten Plakate selbst auf. Ein Helfer hält die Leiter fest, ein anderer reicht die Kabelbinder. Wenige Handgriffe später blickt Eralp von einer Laterne auf die Skalitzer Straße.

Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp mit ihrem Team beim Plakatieren in Kreuzberg

© Kyle Knodell/Berliner Zeitung

Die Stimmung könnte kaum besser sein. Laut dem jüngsten Dawum-Umfragetrend liegt die Linke mit fast 20 Prozent erstmals vor der CDU und allen anderen Parteien. Die 45-jährige Juristin bezeichnet die Wahlkampfstimmung gegenüber der Berliner Zeitung als „großartig“. Viele Genossen, aber auch Unterstützer ohne Parteibuch hätten sich zum Plakatieren gemeldet. „Alle haben Lust, endlich diese Stadt sozialer und gerechter zu machen.“