Ein brillanter letzter Sprung beschert Moritz Wesemann den EM-Titel vom 1-Meter-Brett. Dabei hatte er zuvor mit arger Müdigkeit zu kämpfen.
Eine Frage der Haltung: Moritz Wesemann beim WM-Wettberwerb vom 1-Meter-Brett
In Paris war es bereits kurz nach elf am Abend, als Moritz Wesemann und die beiden Briten Jack Laugher und Jordan Houlden dann doch mal zur Siegerehrung gebeten wurden. Weil sich die Wassersprunggemeinde bei der EM in der französischen Metropole das Becken mit den Synchronschwimmerinnen und -schwimmern teilt, ist der Zeitplan im Centre Aquatique Olympique gut gefüllt. Und die kontinentale Sprungelite muss ihre Kunststücke nun eben ungewohnt spät in den Pool zaubern.
So stand der gebürtige Aachener Wesemann trotz einer schmerzhaften Schulterverletzung am Samstag zu vorgerückter Stunde also als neuer alter Europameister vom 1-Meter-Brett ganz oben auf dem Podest – und sang bei der deutschen Nationalhymne feste mit. Vielleicht auch, um prophylaktisch mögliche Schlafattacken zu vertreiben. Denn solche hatten ihm während des hochklassigen Wettbewerbs zu schaffen gemacht.
„Ich habe nach der vierten Runde einen Müdigkeitsanfall gekriegt – also gemerkt: Jetzt wird es noch mal haarig“, berichtete Wesemann. Herausfordernde Umstände für die finalen zwei Sprünge, die er dann allerdings exzellent meisterte. Speziell den letzten: Eineinhalbfacher Auerbachsalto mit dreieinhalb Schrauben. Schwierigkeitsgrad 3,6 – der höchste in der gesamten Konkurrenz.










