Wer ist nicht alles diese wunderschöne Barocktreppe hinaufgegangen? Fidel Castro, Tito, Michail Gorbatschow, Willy Brandt. Das war in der Zeit, als das Schloss Schönhausen das Gästehaus der DDR war. Der Ort, an dem Walter Ulbricht und später Erich Honecker hohe Staatsgäste empfingen. Man mag sich wundern, dass der Arbeiter- und Bauernstaat dafür ausgerechnet ein Schloss wählte. Heute ist es ein Museum, gehört zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, und man kann das von Honecker mit dunkelgrün bezogenen Barocksesseln recht konservativ eingerichtete Kaminzimmer besichtigen, auch das bürgerlich im Stil der Sechziger eingerichtete Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck, über dessen Schreibtisch Ulbricht dann jedoch das Gemälde „Plandiskussion“ hängen ließ. Das Schlafzimmer samt Bett, in dem die Staatsgäste übernachteten.Über die Treppe ging einst auch die preußische Königin Elisabeth Christine, die Gemahlin Friedrichs des Großen. Er wies das Schloss seiner ungeliebten Gattin als Sommerresidenz zu. Mehr als fünfzig Jahre lang, von 1740 bis 1797, lebte sie dort, wenn auch immer nur von Juni bis Anfang September. Man konnte hier nicht ordentlich heizen. Aber das Schloss hat auch eine dunkle Geschichte.
Wie die Nazis in einem Berliner Schloss Tausende Kunstwerke zu Geld machten
Das Schloss Schönhausen widmet sich mit einer Ausstellung erstmals ausführlich seiner dunklen Geschichte: „Kunst – Menschen – Macht. Schloss Schönhausen als Tatort der NS-Aktion ‚Entartete Kunst‘.“







