Der Streit innerhalb der CDU über die schwarz-roten Rentenreformpläne spitzt sich zu. „Das Rentenpaket ist der Auftakt, um Deutschland wieder auf Kurs zu bringen“, sagte der CDU-Bundestagabgeordnete Tilman Kuban dem Tagesspiegel: „Das zusammen zu schaffen, hilft der CDU, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen – im Bund und in jedem Bundesland.“ Der frühere Bundesvorsitzende der Jungen Union fügte hinzu: „Die Union wird wieder stark, wenn man gute Beschlüsse gemeinsam umsetzt.“Die Union wird wieder stark, wenn man gute Beschlüsse gemeinsam umsetzt.Tilman Kuban, CDU-BundestagsabgeordneterZuvor hatten sich die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten gegen eine Abschaffung der Rente ohne Abschläge nach 45 Versicherungsjahren ausgesprochen. Dafür erhielten sie Zuspruch von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die sich bereits vor Wochen ähnlich geäußert hatte. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) droht offen mit einem Nein im Bundesrat. CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei und CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann verteidigten hingegen die Rentenpläne. „Die Reform ist als ausgewogenes Gesamtpaket angelegt“, sagte Hoppermann der Deutschen Presse-Agentur. Wer einzelne, politische Punkte wie die „Rente mit 63“ herauslöse, gefährde die Tragfähigkeit des Kompromisses. „Das muss richtungsweisend für beide Koalitionspartner sein. Unser Ziel bleibt eine verlässliche Rente, die Lebensleistung anerkennt und zugleich auch für die jüngeren Generationen finanzierbar ist.“Frei sagte der „Bild“-Zeitung, der Vorschlag der Rentenkommission zur „Rente mit 63“ sei „vollkommen richtig“ und „ein wirklich kluger Vorschlag“. Mit Blick auf die Vorschläge der Rentenkommission sagte er: „Wir haben uns in der Koalition darauf verständigt, dass wir dieses Gesamtkunstwerk, das es ist, auch in seinen Grundzügen so umsetzen möchten. Und dazu stehe ich auch ganz persönlich.“Ähnlich äußerte sich die Junge Union. „Bei allem Verständnis für Wahlkampf- und Parteiprofilierung: Bitte bleibt verantwortungsvoll und seriös“, sagte ihr Vorsitzender, der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Winkel, dem Tagesspiegel: „Mit der Zukunft und der erzielten Renteneinigung sollte man nicht so leichtfertig spielen.“Die CDU befindet sich derzeit in der vielleicht größten Krise ihres Bestehens. Die Unzufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) ist enorm.Die Institute Forsa und Insa taxierten die Union diese Woche bei nur noch 21 Prozent, solche Werte gab es zuletzt vor der krachend verlorenen Wahl 2021. In Sachsen-Anhalt liegt die CDU bei 24 Prozent (Wahl 2021: 37,1 Prozent), in Berlin bei 18 Prozent (Wahl 2023: 28,2 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern bei 9 Prozent (Wahl 2021: 13,3 Prozent). Alle drei Länder wählen im September.
Kuban: Rentenpaket hilft Glaubwürdigkeit: Renten-Streit in CDU spitzt sich zu
CDU-Politiker sind uneins über die Vorschläge der schwarz-roten Rentenkommission. Nach CDU/CSU-Fraktionschefs Frei widerspricht der Abgeordnete Kuban den Ost-Ministerpräsidenten.











