Ein Leben auf der Flucht: Russland schreibt den Telegram-Gründer Pawel Durow international zur Fahndung ausRussland wirft dem Internet-Milliardär Beihilfe zum Terrorismus vor. Sein Konter gegen die Behörden seines Heimatlands sitzt allerdings.02.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenEinmal wieder im Visier der Behörden: Der Telegram-Gründer Pawel Durow.Chekroune Sarkissian / Bestimage/ImagoMittlerweile hat er Erfahrung mit der Situation: Pawel Durow, der russischstämmige Gründer der Nachrichten-App Telegram, wird seit dieser Woche von Russland mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Der Grund: Er soll Terrorismus unterstützt haben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Konkret soll er zu wenig dagegen unternehmen, dass Telegram-Nutzer in Russland von ukrainischen Geheimdiensten für Sabotageakte angeworben werden können. Solche häufen sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.Ob die Vorwürfe gegen Durow stimmen oder fabriziert sind, ist offen. Sicher ist nur, dass die App den russischen Behörden ein Dorn im Auge ist, weil sie sie nicht kontrollieren können. Wo Durow lebt, ist nicht bekannt, sein Unternehmen ist in Dubai angesiedelt.Telegram ist einer der beliebtesten Messenger-Dienste weltweit und damit einer der grössten Herausforderer des Marktführers Whatsapp, der zum Meta-Konzern von Mark Zuckerberg gehört. Geld verdient die App mit Werbung in öffentlichen Kanälen sowie mit zahlungspflichtigen Premium-Mitgliedschaften.Die Chats sind teilweise verschlüsselt. Anonymität ist ein wichtiger Faktor. Nutzer können sich mit verborgenen Nummern anmelden. Moderiert wird kaum. Das macht die App interessant für Betrüger und Kriminelle.Vor zwei Jahren wurde der 41-Jährige deshalb in Frankreich festgenommen. Der Vorwurf: Er würde zu wenig gegen die Kriminalität – von Drogenhandel bis Kindsmissbrauch – unternehmen, die über seine App organisiert wird. Durow kam gegen Kaution frei, doch das Verfahren läuft noch.Es ist auch nicht das erste Mal, dass Durow mit seinem Heimatland in Konflikt gerät. Vor Telegram hatte er Vkontakte aufgebaut, eine Art russisches Facebook. Weil er dort regierungskritische Gruppen zuliess, musste er 2014 seine Anteile am Unternehmen abgeben.Durow, der laut eigenen Angaben mittels Samenspenden über 100 Kinder gezeugt hat, zeigt sich von den jüngsten Vorwürfen wenig beeindruckt. Auf der Plattform X machte er sich über die Behörden lustig: «Gemäss russischem Gesetz darf ich keine Informationen im Internet mehr publizieren. Die russischen Behörden verwechseln offensichtlich, wer wen aus dem Internet verbannen kann.»Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Russland sucht den Telegram-Gründer Pawel Durow: Der macht sich über die Behörden lustig
Russland wirft dem Internet-Milliardär Beihilfe zum Terrorismus vor. Sein Konter gegen die Behörden seines Heimatlands sitzt allerdings.











