Die Brände in Spanien haben 80.000 Hektar Land verkohlt – darunter den botanischen Garten von Axel Mahlau. Mehr Löschkapazitäten werden das Problem nicht lösen.

Alles sei abgebrannt, sagt Axel Mahlau traurig. Wo bis vor wenigen Tagen sein Lebensprojekt grünte, ist jetzt alles schwarz. Hier und da steigen aus dem verkohlten Boden Rauchsäulen auf.

Der Deutsch-Spanier Mahlau, 70, wurde in Spanien geboren und pflegt im Tal des Flusses Tiétar in der Provinz Ávila einen botanischen Garten. Beziehungsweise pflegte. „Neun Hektar, 1.700 verschiedene Pflanzen“, erzählt der pensionierte Lehrer, der nach einer Woche der Evakuierung wieder zurück auf seinem Grundstück ist. Statt wie viele seiner Nachbarn in einer Massenunterkunft, kam er in dieser Zeit bei Familienangehörigen in einem Vorort der Hauptstadt Madrid unter.

Der jetzt verbrannte botanische Garten begann mit Pflanzen, die Mahlaus Vater in den 1950er Jahren von seinen Reisen mitgebracht hatte, Mahlau und sein Bruder pflegten ihn weiter. „Seit meiner Pensionierung vor drei Jahren kümmerte ich mich intensiv darum“, sagt Mahlau. Dann kam das Feuer und verschlang alles.

La Adrada, rund anderthalb Autostunden westlich von Madrid, ist mit seinen 2.800 Einwohnern einer der Orte, die am härtesten heimgesucht wurden vom mittlerweile größten Waldbrand in Spaniens Geschichte.