Rathen, der kleine Kurort in der Sächsischen Schweiz, brummt normalerweise an einem Sonnabend in den Sommerferien. Doch seit ein Wirbelsturm am Freitagabend durch den Wald oberhalb des Ortes fegte, ist der abgeriegelt.Die Elbfähre bringt derzeit nur Einheimische und Touristen mit gebuchter Übernachtung in den malerischen Ort. Die Polizei riegelt die Zufahrtsstraße auf der anderen Elbseite ab.

„Wir brauchen im Moment keinen Katastrophen-Tourismus, sondern wollen die Wege so schnell es geht von den umgestürzten Bäumen beräumen. Zudem besteht absolute Lebensgefahr im unmittelbar betroffenen Waldstück“, warnt Michael Geisler (CDU), Landrat im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

Ministerpräsident Kretschmer (li.) lässt sich vom Vize-Kreisbrandmeister Georg Prkno das Einsatzgebiet erklären.

© Claudia Lord

Ein 28-jähriger Mann kam am Freitag bei dem Wirbelsturm ums Leben, er wurde von einer Buche auf dem Basteiweg erschlagen. Seine Wanderfreunde wurden verletzt, wie auch zehn weitere Personen. Eine lokale Gewitterzelle entlud sich mit voller Macht oberhalb des Naturtheaters „Felsenbühne“. Winde fegten eine zwei Kilometer lange Schneise in den Wald, Bäume brachen wie Streichhölzer, so der örtliche Revierleiter des Sachsenforstes zur OAZ. Rathens Bürgermeister Roman Rolof (Freie Wähler) rechnet gegenüber dieser Zeitung „mit einem Millionenschaden“. Der Bürgermeister gab zu, dass die Fähr-Einschränkung nur für Einwohner und Übernachtungsgäste „viele Diskussionen“ ausgelöst haben. „Aber wir wollen dazu beitragen, dass die Hilfskräfte nicht eingeschränkt werden und dass dieser Panik-Tourismus uns nicht das Leben schwer macht. Wir wollen so schnell wie möglich die Wege wieder frei geben, wenn sie ausreichend gesichert sind.“