Wenn der ägyptische Sultan Lust auf Eis hatte, setzte sich eine ganze Reihe von Leuten in Bewegung: Boten bestellten im heutigen Syrien Schnee und Eis. Arbeiter schlugen Eisblöcke aus den Bergen, packten sie in Kisten und luden sie auf Kamele. Die Kamelreiter übergaben sich das Eis wie beim Staffellauf, alles musste schnell gehen, damit es unterwegs nicht wegschmolz.

In Kairo wurde die kostbare Fracht in den Palast gebracht. Dort löffelte der Herrscher das Eis wohl mit gezuckertem Rosenwasser. Um das Jahr 1040 erhielt allein die Küche des Sultans täglich 14 Kamel­ladungen Eis, so schrieb ein damaliger Reisender.

Früher war Eis ein Luxusgut, heute gibt es rund 4800 Eisdielen in Deutschland. Zehn davon gehören zu »Luicella’s Ice Cream«, einer Kette in Hamburg.

Tür auf, Schokoeis aus dem Tiefkühler holen – das gab es damals natürlich noch nicht. Deshalb war Eis sehr lange Zeit ein Luxusgut. Es war aufwendig zu beschaffen und schwierig zu lagern.

Heute dagegen ist es fast überall auf der Welt erhältlich und beliebt. Auf Sizilien isst man Granita, in Dänemark Softeis, in Südkorea Bingsu mit roter Bohnenpaste. In Japan steckt man eine Kugel Eiscreme in eine Hülle aus Mochi-Reis, in Deutschland gibt’s Spaghetti-Eis.