Vier queerpolitisch Aktive erklären, worauf es ihnen jetzt ankommt – auf der Straße, im Netz und in der Nachbarschaft.
„Wir müssen als Community zusammenhalten“
Luna Möbius, 26, ist queere Aktivistin und Content-Creatorin. Sie hielt beim CSD Berlin die Eröffnungsrede.
Die Dübener Heide hat mich politisiert. Dort, in Sachsen-Anhalt, bin ich als trans Frau aufgewachsen. Mittlerweile bin ich vor allem auf Social Media aktiv und war in den vergangenen Jahren viel auf CSDs unterwegs: Bautzen, Sonneberg, Wittenberg, Rostock. Auf ländlichen CSDs ist die Stimmung angespannter und gemeinschaftlicher zugleich.
Schon wegen der Gegendemonstrationen, die es fast immer gibt, fährt man mit einer Grundanspannung hin. Glücklicherweise löst sie sich ganz oft über den Tag hinweg auf, weil man mit vielen queeren Menschen und auch vielen Allys zusammenkommt. Bei CSDs auf dem Land gibt es mehr wirkliche Begegnungen, man kommt leichter ins Gespräch als auf denen in großen Städten. Da merkt man ein Communitygefühl, einen krassen Zusammenhalt. Aber spätestens auf der Rückreise ist die Anspannung wieder zurück. Muss ich allein zum Bahnhof? Sitzen Faschos mit im Zug? Auf solchen CSDs ziehe ich Sneaker statt hoher Schuhe an, um im Zweifelsfall gut weglaufen zu können.












