Rund um die süditalienische Großstadt Neapel hat am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag mehrmals die Erde gebebt. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) registrierte am Freitag ein Beben mit einer Stärke von 4,7, das stärkste seit etwa 40 Jahren. In der Nacht zum Samstag und bis in den Morgen hinein gab es zahlreiche Nachbeben, darunter ein besonders intensives der Stärke 3,8. Das Epizentrum lag in den sogenannten Phlegräischen Feldern, nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Neapel entfernt.

Der erste Erdstoß und die weiteren Nachbeben waren vor allem in den Ortschaften rund um die Phlegräischen Felder, aber auch in Neapel sowie auf den Inseln Ischia und Procida sehr deutlich zu spüren. Aus Angst verließen zahlreiche Menschen ihre Häuser und verbrachten die Nacht im Freien. Es kam zu Stromausfällen in einigen betroffenen Gegenden.»Das Beben war so stark und anhaltend, dass ich die Wohnungstür nicht einmal öffnen konnte, weil sie klemmte«, sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur Ansa. »Nach dem gestrigen Schrecken war es unmöglich, die Nacht zu Hause zu verbringen.« Man sei zwar viel gewöhnt, aber nicht in dieser Stärke, sagte er.

Die Phlegräischen Felder – ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität – werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie teils auch stärkeren Erdbeben erschüttert. Sie sind Europas größter aktiver Supervulkan. Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer und enorme Gewalt aus: Anders als normale Vulkane explodieren Supervulkane regelrecht.