Nach massivem Widerstand: Fifa gibt Investorenpläne aufDie Investorenpläne der Fifa rufen im Weltfussball viel Empörung und Widerstand hervor. Nun verkündet der Weltverband eine Entscheidung.01.08.2026, 02.33 Uhr2 LeseminutenAktualisiertFIFA-Präsident Gianni Infantino.Noushad / Imago(dpa) Der Fussball-Weltverband Fifa gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. «Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmass der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen», begründete Infantino seine abrupte Kehrtwende.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Pläne der Fifa um den mächtigen Präsidenten Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Für die Umsetzung wollte die Fifa das Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. All das ist nun vom Tisch.Infantino erklärte weiter, Ziel der Fifa sei es, stets zu vereinen und zu verbessern. «Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt.» Es sei seine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen «im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenzubringen, mit dem Ziel, den Fussball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am dringendsten benötigen».Uefa drohte mit WM-BoykottDie Fifa beugte sich damit dem Druck, der in den vergangenen Tagen immer grösser geworden war. So hatte die europäische Uefa nicht nur die Pläne heftig kritisiert, sondern sogar mit einem WM-Boykott gedroht. «Keine Nationalmannschaften aus der Uefa werden an irgendeinem Fifa-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen», teilte die Uefa nach einem Dringlichkeitstreffen mit.«Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet», schrieb die Europäische Fussball-Union.Auch die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Concacaf und der asiatische Fussballdachverband AFC gingen deutlich auf Distanz zu Infantino und seinen Plänen. Der südamerikanische Fussballverband Conmebol bezog dagegen zunächst keine inhaltliche Position. Stattdessen kündigte der Kontinentalverband an, die Pläne weiter zu prüfen und forderte zusätzliche Informationen von der Fifa an.Hochrangiger Infantino-Berater zurückgetretenZudem bröckelte auch innerhalb der Fifa die Unterstützung für Boss Infantino. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater des 56-Jährigen, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Dabei wählte er drastische Worte.«Als leitender Berater des Fifa-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fussball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht», schrieb der Topfunktionär auf der Plattform LinkedIn.Der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die Fifa arbeitet, schrieb zudem: «Es ist ein schlechtes Geschäft für die Fifa-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fussball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.» Dieses Geschäft wird es nun nicht geben.Passend zum Artikel