Der Vatikan bekommt eine neue Verfassung: Papst Leo XIV. hat ein neues Grundgesetz für den kleinsten Staat der Welt in Kraft gesetzt. Die Verfassung ersetzt diejenige, die Leos Vorgänger Franziskus 2023 verabschiedet hatte. Sie soll die Aufgaben der staatlichen Institutionen an die Veränderungen der vergangenen Jahre anpassen und regelt die Rechte und Zuständigkeiten der Institutionen im Vatikan.
Das neue »Grundgesetz für den Staat der Vatikanstadt« umfasst 25 Artikel. Es wurde vom vatikanischen Presseamt veröffentlicht .Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Führung der päpstlichen Kommission. Sie ist das zentrale Gesetzgebungsorgan des Vatikanstaats. Der Vorsitz ist künftig nicht mehr ausschließlich Kardinälen vorbehalten, das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.Die Neuregelung beseitigt eine seit März 2025 bestehende Grauzone: Seitdem leitet kein Kardinal, sondern Ordensfrau Raffaella Petrini das Governatorat und damit auch automatisch die Kommission. Die Verfassung setzt somit fest: Petrini darf die offizielle Staatsverwaltung des kleinen Landes in Italien anführen.
Neben Vorgaben für die Finanzverwaltung sowie weiteren staatlichen Abläufen betont das neue Grundgesetz die Unabhängigkeit der Gerichte des Vatikanstaats. Diese verhandelten in den vergangenen Jahren mehrere umfangreiche Strafsachen. Darin ging es unter anderem um Betrug und Unterschlagung in Millionenhöhe. Zuletzt hatte Papst Franziskus am 13. Mai 2023 ein neues Grundgesetz für den Vatikan erlassen. Papst Leo XIV. hatte es am 19. November 2025 leicht verändert.






