Bei vier der zehn Robben hätten die Fachleute allerdings »Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen« gefunden. Ob dies vor oder nach dem Tod passiert ist, sei unklar.Einer im Südosten Rügens gefundenen Robbe fehlte nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums der Kopf. Wegen der glatten Kante der Haut gehen die Experten davon aus, dass ihn ein Mensch abgetrennt hat. Möglich sei, dass die entsprechenden Tiere als Beifang geendet sind – das würde bedeuten, dass Fischer verantwortlich sein könnten. Die Ergebnisse seien jedoch vorläufig, betonten die Experten.

An der Nordostküste Mecklenburg-Vorpommerns sind in den vergangenen drei Monaten insgesamt 20 tote Robben registriert worden. Besonders viele wurden laut dem Umweltministerium an der südöstlichen Küste der Insel Rügen entdeckt, einige auch an der Außenküste Usedoms und im Greifswalder Bodden.Das Deutsche Meeresmuseum will abgleichen, ob sich in diesem Jahr mehr lebende Robben in dem Gebiet aufhalten. Zudem plant es, die Robben virologisch zu untersuchen. »Grundsätzlich kommt es im Frühjahr und Sommer an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zu mehr Totfunden als im Herbst und Winter«, sagte Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum. In dieser Zeit würden sich mehr Kegelrobben in der Region aufhalten. Für Jungtiere sei es zudem eine kritische Phase.