Die Bundesnetzagentur baut gerade im Hintergrund eine neue Sicherheitsplattform für den Fall einer Strommangellage auf. Künftig sollen sich große Stromverbraucher, also vor allem große Industrieunternehmen wie BASF, Aurubis, ArcelorMittal, Leag oder Salzgitter, dort registrieren und im Ernstfall auf Anweisung ihren Stromverbrauch reduzieren.Es wird bereits spekuliert, die Bundesnetzagentur wolle Deutschland damit auf länger andauernde Stromausfälle vorbereiten. Doch worum geht es hier eigentlich?

Bundesnetzagentur äußert sich zur neuen Strom-Notfallplattform

Die Bundesnetzagentur weist den Eindruck zurück, der Aufbau der Plattform sei Ausdruck einer akuten Gefahr für die Stromversorgung. Auf Anfrage der Berliner Zeitung erklärt eine Sprecherin, das deutsche Stromnetz sei „nach wie vor eines der stabilsten der Welt“. Dennoch gehöre es zu ihren Aufgaben, „Krisenvorsorge auch für sehr unwahrscheinliche Fälle“ zu treffen.

Nach Angaben der Behörde soll die Sicherheitsplattform deshalb „wichtige Daten der Stromnutzung vorab erfassen und diese für einen potenziellen Krisenfall hinterlegen“. Im Ernstfall einer Energiemangellage könne die Bundesnetzagentur darüber anordnen, dass bestimmte Verbraucher ihre Last reduzieren. Eine solche Anweisung erfolge „lediglich als letztes Mittel“ und mit ausreichend Vorlauf. Ein solcher Notfall liegt demnach erst dann vor, wenn eine Energiemangellage nach dem Energiesicherungsgesetz offiziell festgestellt wird.