Die Boykottdrohung der UEFA hat eine Kettenreaktion im Fußball ausgelöst. Auch Asien und Amerika verweigern Gianni Infantino die Gefolgschaft. Der FIFA-Präsident ist geschwächt – womöglich aber nur vorläufig.
Selbst die von der FIFA angepeilte einfache Mehrheit bei der Abstimmung unter ihren 211 Mitgliedern rückt damit in weite Ferne. Vor allem aus Europa dürfte sich Infantino auf reichlich Gegenwind für sein Vorhaben eingestellt haben. Ob er mit dem Sturm der Entrüstung gerechnet hat, der ihm jetzt entgegenbläst? Schon am Donnerstagabend hatte sich der europäische Kontinentalverband zu einer Dringlichkeitssitzung getroffen und einstimmig beschlossen, alle Turniere der FIFA zu boykottieren. „Europas Haltung ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen“, hieß es in einer Stellungnahme.
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Dass die Europäer so schnell und so geschlossen zu ihrem schärfsten Schwert in der Auseinandersetzung mit dem Weltverband gegriffen haben, ist auffällig, kommt für Professor Jürgen Mittag, Sportpolitologe an der Sporthochschule Köln, aber nicht überraschend: „Die Spannungspotentiale zwischen Weltverband und UEFA haben sich schon bei der WM gezeigt.“ Der Plan des Weltverbands hätte zudem das Geschäftsmodell der UEFA in Verlegenheit gebracht. Eine kommerzielle Ausrichtung der WM hätte wohl mehr Spiele, womöglich auch mehr Turniere bedeutet – all das ginge zulasten der Europäer.










