Im Istanbuler Stadtteil Üsküdar protestieren die Menschen für die Freilassung ihrer Bürgermeisterin. Sinem Dedetaş war zuvor am Mittwoch festgenommen worden.

Protest gegen die Festnahme von Bürgermeisterin Dedetaş im Istanbuler Bezirk Üsküdar am 30. Juli

Tolga Uluturk/Zuma Press/dpa

„Erdogan hau ab, Sinem bleibt unsere Bürgermeisterin.“ Es waren solche Parolen, mit denen sich die rund 5.000 Demonstranten Mut machten, die am Donnerstagabend mehr oder weniger spontan gegen die Verhaftung von Sinem Dedetaş, der Bezirksbürgermeisterin von Üsküdar, auf die Straße gingen. Sie füllten nahezu die gesamte Hauptstraße des historischen Istanbuler Stadtteils auf der asiatischen Seite der Stadt und machten ihrem Unmut lauthals Luft.

Am Mittwoch hatte die Polizei Dedetaş verhaftet, am Donnerstag folgte die Verhaftung von Erdal Beşikcioğlu, einem Bezirksbürgermeister in Ankara. Beide gehören offiziell noch der CHP an. Doch nachdem der ehemalige CHP-Vorsitzende Özgür Özel vor wenigen Tagen mit der Yeni Parti eine neue Partei gegründet hatte, ist von der CHP nichts mehr zu sehen.