Es klingelt, es piept und es bremst von allein: Moderne Assistenzsysteme in Autos sollen das Fahren sicherer machen. Doch wenn Polizisten mal eben schnell mit Blaulicht zu einem Überfall gerufen werden oder einen Flüchtigen verfolgen müssen, dann haben sie in letzter Zeit mit bestimmten Schwierigkeiten zu kämpfen.Immer wieder einmal berichten Beamte der Berliner Zeitung, dass sie Probleme bei Eilfahrten mit Sonder- und Wegerechten, also mit Blaulicht und Martinshorn, haben: Mal bremse der Streifenwagen abrupt ab. Mal weigere sich das Auto beim Überfahren einer durchgezogenen Linie, der Lenkbewegung zu folgen, sodass es zum Kräftemessen zwischen Spurhalteassistenten und Fahrer komme.Auch der akustische Tempowarner, der überempfindliche Spurhalteassistent oder die automatische Erkennung roter Ampeln können während einer Einsatzfahrt schnell zur Nervensache werden.
„Während einer Eilfahrt reagieren die Systeme genauso, als würde es sich um eine normale Straßenverkehrsteilnahme handeln“, sagt dazu Frank Teichert, der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) dieser Zeitung. „Was bedeutet, dass alle Assistenzsysteme auslösen. Der Spurwechselassistent steuert gegen den Kraftfahrer. Der Geschwindigkeitswarner gibt wegen der höheren Geschwindigkeit dauerhaft Warntöne ab. Und sowohl der Tote-Winkel-Assistent als auch der Notbremsassistent lösen gefühlt willkürlich Vollbremsungen aus.“Die eigentlich positiven Funktionen der Assistenzsysteme würden sich ins Negative umkehren und aktiv gegen den Fahrzeugführer arbeiten, meint Teichert.








