Streifenwagen der Hamburger Polizei fahren künftig mit einem nicht blinkenden Blaulicht, um Präsenz zu zeigen. Hilft das? Oder verunsichert es nur?

M an sitzt also im Auto auf der Fahrt durch Hamburg, es ist dunkel und viel Verkehr, Autos, Fahrräder, Fußgänger*innen. Womöglich kennt man den Weg nicht und ist gestresst. Dann taucht im Rückspiegel ein Polizeiauto mit Blaulicht auf. Was tun? Rechts ran fahren und anhalten? Abwarten, beobachten, herausfinden, was los ist?

Die Antwort ist: Rausfinden, um welche Art Blaulicht es sich handelt. Wenn es blinkt und eine Sirene dazukommt, stimmt was nicht. Wenn das Blaulicht einfach nur brennt, ist man nicht gemeint. Dann soll man ruhig und entspannt weiterfahren und sich freuen: Die Polizei ist da, aber nicht, um einen zu überführen! Das Blaulicht soll lediglich Präsenz signalisieren, nichts weiter.

Hamburg ist das erste deutsche Bundesland, das ein sogenanntes „polizeiliches Präsenzlicht“ einführt: Künftig werden Hamburger Streifenwagen ihr Blaulicht mit auf 30 Prozent reduzierter Strahlkraft anknipsen, es aber nicht blinken lassen und keine Sirene dazu anschalten. Die Polizeiautos sollen dadurch sichtbarer werden und durch ihre Sichtbarkeit das Sicherheitsgefühl der Menschen steigern. Ach, und Kriminelle abschrecken.