Der Druck auf Fifa-Präsident Gianni Infantino wächst – und erstmals zeichnet sich im Machtkampf um seine umstrittenen Investorenpläne eine klare Mehrheit gegen den Weltverband ab. Nachdem sich bereits die Uefa und der nord- und mittelamerikanische Kontinentalverband Concacaf gegen den geplanten Teilverkauf kommerzieller Rechte an Weltmeisterschaften und weiteren Fifa-Wettbewerben ausgesprochen hatten, folgte am Freitag auch die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC).Damit stellen sich inzwischen drei der sechs Kontinentalverbände gegen Infantinos Vorhaben. Zusammen vereinen Uefa (55 Mitgliedsverbände), Concacaf (41) und die AFC (40) insgesamt 136 der 211 Fifa-Mitglieder hinter sich. Damit verfügt die Gegenseite inzwischen über eine deutliche Mehrheit – ein schwerer Rückschlag für den Fifa-Präsidenten.
Fifa rechtfertigt die eigenen Pläne
Im Kern geht es um den Plan des Weltverbandes, seine kommerziellen Wettbewerbe künftig in einer neuen Tochtergesellschaft zu bündeln. Über die sogenannte Fifa Forward Enterprise (FFE) sollen Minderheitsanteile an private Investoren verkauft werden. Nach Angaben der Fifa könnten dadurch mehr als vier Milliarden Dollar eingenommen werden. Den Mitgliedsverbänden stellte der Weltverband im Gegenzug eine einmalige Sonderzahlung sowie zusätzliche Fördergelder in Aussicht. Berichten zufolge sollen sie dem Vorhaben bereits bis zum 19. September zustimmen.Während die Fifa betont, niemand wolle „den Fußball verkaufen“, sehen ihre Gegner genau darin die Gefahr. Die Uefa hatte die Pläne bereits am Donnerstag einstimmig zurückgewiesen und für den Fall einer Umsetzung sogar mit einem Boykott sämtlicher Fifa-Wettbewerbe gedroht. Die Weltmeisterschaft dürfe „nicht als Anlageprodukt behandelt werden“, erklärte der europäische Verband. „Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet.“










