Es wirkt erst einmal wie ein Widerspruch. Da verkündet ein Konzern die besten Zahlen, die er jemals in einem zweiten Quartal erwirtschaftet hat – und prompt bricht der Aktienkurs des Konzerns ein.So ergeht es gerade Apple. 29,8 Milliarden Dollar hat das Unternehmen im Zeitraum von April bis Juni verdient, also 2,02 Dollar pro Anteilsschein. »Wir haben sowohl beim Gewinn pro Aktie als auch beim operativen Cashflow neue Rekorde für ​ein Juni-Quartal aufgestellt«, sagte Finanzchef Kevan Parekh dazu am Donnerstag. Am Tag danach haben die Aktien kurz vor Mittag mitteleuropäischer Sommerzeit um gut sieben Prozent an Wert verloren. Was ist da los?

Die Mechanik ist einfach zu erklären, und sie ist auch keineswegs selten zu beobachten: Aktienkurse spiegeln nicht vergangene Erfolge – oder Misserfolge – eines Unternehmens wider, sondern die erwartete Zukunft. Insofern war das Rekordquartal bereits länger eingepreist, und tatsächlich machte Apple zuletzt dadurch Schlagzeilen, dass es Nvidia wieder als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst hatte.

Auch Amazon zahlt deutlich mehrDie Zukunft hingegen sieht nicht mehr ganz so rosig aus, wie Analysten das erwartet hatten: Im laufenden Quartal rechnet Apple mit einem um neun bis elf Prozent höheren Gesamtumsatz – die Experten bislang mit zwölf Prozent. Bei den iPhones geht Apple nun von rund 15 Prozent mehr verkauften Geräten aus, die Erwartungen lagen bei 17,6 Prozent. Dass das immer noch extrem gute Aussichten sind, ist unerheblich; sie sind eben schlechter als zuvor.