Apple erstmals mehr als fünf Billionen Dollar wertApple hat als erst zweites Unternehmen die Marke von fünf Billionen Dollar Börsenwert geknackt. Den Ausschlag gab im US-Handel ein zwischenzeitiges Kursplus von fast zwei Prozent auf das Rekordhoch von 342,89 Dollar pro Aktie. Danach notierte Apple zunächst wieder knapp unter der Fünf-Billionen-Marke — aber immer noch als wertvollstes Unternehmen an der US-Börse vor dem Chipspezialisten Nvidia.Nvidia war bisher das einzige Unternehmen, das es auf fünf Billionen Dollar Börsenwert gebracht hatte. In der Spitze war der Vorreiter bei KI-Chips Mitte Mai rund 5,7 Billionen Dollar wert. Doch in den vergangenen Wochen sanken die Kurse von KI-Unternehmen nach wieder aufgeflammten Zweifeln an der Nachhaltigkeit des teuren Booms bei der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Die Apple-Aktie war dagegen im Aufwärtstrend.Ian LieschSwiss Re: Waldbrände dürften Versicherungsnachfrage erhöhenDie Waldbrände in ​weiten Teilen Frankreichs und Spaniens dürften dem ⁠Rückversicherer Swiss Re zufolge die Nachfrage nach Versicherungen erhöhen. Besonders in Südwesteuropa nähmen Bedingungen ‌zu, die Waldbrände begünstigen, sagte am Dienstag auf Anfrage Balz Grollimund, Leiter für Katastrophenrisiken ‌bei Swiss ‌Re. Die Brände weiteten sich auf Regionen aus, die in der Vergangenheit weniger anfällig gewesen ​seien. Weltweit seien ⁠die versicherten Schäden durch Waldbrände somit seit 1970 real um ​jährlich rund zwölf Prozent gestiegen und damit ⁠schneller als bei ‌jedem anderen großen wetterbedingten Risiko.Es sei noch zu früh für Schadensschätzungen und ⁠Aussagen über mögliche Auswirkungen ⁠auf Swiss Re, fügte Grollimund hinzu. Waldbrandschäden ⁠in ​Südeuropa ⁠seien in der ​Regel nicht durch nationale Versicherungspools abgedeckt.Varta rückt von Sanierung in Eigenregie ab – Insolvenzverwalter bestelltBeim schwäbischen Batteriehersteller Varta hat künftig der Rechtsanwalt Tobias Wahl als Insolvenzverwalter das Sagen. Das Unternehmen rückte von einer Insolvenz in Eigenregie ab, bei der der Mannheimer Jurist ursprünglich als Sachwalter die Aufsicht über die Sanierung durch den Varta-Vorstand um Michael Ostermann führen sollte.„Um die Abläufe zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen“, sei auch für die ‌Muttergesellschaft Varta AG und die Knopfzellen-Tochter Varta Microbattery ein klassisches Insolvenzverfahren beantragt worden, teilte Varta am Dienstag in Ellwangen mit. Die konzerninternen Verflechtungen seien so groß, dass eine Sanierung durch ‌ein einheitliches Verfahren erleichtert werde. Ostermann ‌hat damit formal kaum mehr etwas zu sagen, soll aber an Bord bleiben. Für zwei andere Varta-Töchter waren ohnehin reguläre Insolvenzverfahren geplant.Wahl, der für die Mannheimer Kanzlei Anchor Rechtsanwälte arbeitet, hatte als Sachwalter unter anderem an der Sanierung der Billigmodekette Adler gearbeitet und war Insolvenzverwalter beim Buchgroßhändler KNV. „Mein erster Eindruck ist, dass hier trotz aller widrigen Umstände ein sehr motiviertes Team arbeitet“, sagte Wahl. „Unser Ziel bleibt eine langfristige und tragfähige Lösung.“ An einer Zerschlagung von Varta führt aber wohl kein Weg ‌vorbei. Die profitable Haushaltsbatterien-Tochter Varta Consumer Batteries soll aus der Insolvenz herausgehalten werden. Sie soll an die Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds gehen, an die sie bereits verpfändet war.Varta hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem die Eigentümer Michael Tojner und Porsche kein frisches Geld mehr nachschießen wollen. Ursachen für die Krise seien „deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden“. Dabei ‌ist Apple gemeint: Der US-Technologieriese bezieht die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für seine AirPods-Kopfhörer künftig aus China statt aus dem Varta-Werk im bayerischen Nördlingen, das vor wenigen Jahren massiv erweitert worden war.Gewerkschaft zieht Antrag gegen ZF-Betriebsratschef zurückDie Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) hat ihren Antrag gegen den Betriebsratsvorsitzenden des Autozulieferers ZF in Friedrichshafen, Achim Dietrich, laut Arbeitsgericht zurückgenommen. „Damit hat sich das Verfahren erledigt“, sagte ein Sprecher des Arbeitsgerichts in Ulm. Die CGM wollte demnach erreichen, dass Dietrich sein Amt bis zu einer Entscheidung in einem möglichen Amtsenthebungsverfahren nicht mehr ausüben darf.Die Gewerkschaft warf Dietrich laut Gericht grobe Pflichtverletzungen vor. Er soll seine Neutralitätspflicht verletzt und Betriebsrat sowie IG Metall zu eng miteinander verzahnt haben. Zudem soll er Betriebsratssprechstunden für Gewerkschaftsarbeit genutzt und bei einer eskalierten Betriebsversammlung im Juli verhindert haben, dass Vertreter des Arbeitgebers zu Wort kamen. Der ZF-Gesamtbetriebsratsvorsitzende hatte die Vorwürfe bestritten.Nach Angaben des Arbeitsgerichts äußerte die Kammer in der Verhandlung Zweifel daran, dass die Voraussetzungen für eine einstweilige Verfügung vorliegen. Zum einen sei fraglich gewesen, ob die von der CGM erhobenen Vorwürfe schwerwiegende Pflichtverletzungen begründeten. Zum anderen habe das Gericht Zweifel gehabt, ob die Gewerkschaft antragsberechtigt sei. Die Kammer habe den Beteiligten deshalb nahegelegt, den Antrag zurückzunehmen. Dem kam die CGM laut dem Sprecher nach. Nach Darstellung des Gerichts seien zumindest die ersten beiden Vorwürfe rechtlich schwer zu bewerten gewesen. Zudem sei strittig gewesen, wer die Betriebsversammlung tatsächlich geleitet habe. Der Versammlungsleiter war laut Gesamtbetriebsrat (GBR) nicht Dietrich, sondern sein Stellvertreter. Im Mittelpunkt der Veranstaltung war laut GBR der Konflikt um die Kündigung von übertariflichen Leistungen am Standort Friedrichshafen gestanden. Sie musste unterbrochen werden.Nach Abhör-Vorwurf: Staatsanwaltschaft sieht Tesla-Beschwerde als unbegründetDer US-Elektroautobauer Tesla ist mit dem Versuch gescheitert, die Ermittlungen gegen einen Gewerkschaftsvertreter im Streit um den Vorwurf eines unerlaubten Mitschnitts wieder ins Rollen zu bringen. Die Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg wies eine Beschwerde des Unternehmens zurück, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.Der Streit zwischen dem Autobauer und der Gewerkschaft war im Rahmen der Betriebsratswahl im Winter eskaliert. Tesla warf einem Gewerkschaftssekretär der IG Metall vor, er habe mit seinem Laptop heimlich und unerlaubt die Betriebsratssitzung am 10. Februar in dem Werk aufgenommen, und erstattete Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein.Nach Auswertung eines Laptops ergaben sich laut Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bei den Ermittlungen des Landeskriminalamts keine Anhaltspunkte für aufgezeichnete oder gespeicherte Aufnahmen. Damit konnte der Vorwurf von Tesla nach Ansicht der Ermittler nicht belegt werden. Das Unternehmen wollte erreichen, dass die Ermittlungen weitergehen. Tesla legte Beschwerde ein. Die Anwälte warfen der Staatsanwaltschaft vor, sie habe den Fall nicht ausreichend aufgeklärt, schrieb das „Handelsblatt“.„Die Beschwerde ist als unbegründet verworfen worden, weil nach dem entsprechenden Gutachten des Landeskriminalamts Brandenburg das in Rede stehende Notebook keine gespeicherten Daten der behaupteten Art enthält“, teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der dpa mit. Zugleich seien „keine sonstigen Hinweise für entsprechende Aufnahmen oder eingeschaltete Mikrofone festzustellen“ gewesen.Stellantis verkauft Carsharing-Anbieter Der Autohersteller Stellantis verkauft seinen Carsharing-Anbieter Free2move, der auch in einigen deutschen Großstädten tätig ist. Käufer ist der Finanzinvestor Mutares mit Sitz in München, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten. Die Opel-Muttergesellschaft Stellantis, zu der auch Marken wie Chrysler, Citroën, Peugeot und Fiat gehören, will sich in der aktuellen Autokrise auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. In der Bilanz für 2025 hatte der Konzern eine außerordentliche Abschreibung auf das Free2move-Geschäft von 164 Millionen Euro vorgenommen. Das Carsharing-Unternehmen ist in 14 Städten in Europa und den USA tätig, darunter Berlin, Hamburg, München und Köln. Mutares will nach eigenen Angaben nun das Management der internationalen Flotte „neu ausrichten“ und stärker auf batterieelektrische Fahrzeuge setzen. Die neuen Eigentümer sprechen von größerer Agilität, gezielten Investitionen und mehr operativer Flexibilität unter ihrem Dach. Free2move geht auf die französische Carsharing-Gesellschaft von Peugeot-Citroën zurück, die 2016 gegründet wurde. Vor vier Jahren hatte ⁠Free2move ​den ⁠deutschen Rivalen Share Now von Mercedes ‌und BMW übernommen. Der Abschluss der Transaktion soll bis Ende 2026 erfolgen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.Urlauber ändern Buchungsverhalten wegen Bränden nichtDie verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien ​führen der deutschen Reisebranche zufolge bisher nicht zu Umbuchungen in großem ⁠Stil. „Wir sehen aktuell keine Änderung des Buchungsverhaltens“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV) am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die in diesem Sommer beliebtesten Flug-Pauschalreiseziele ‌seien die Türkei, Spanien und Griechenland. „Darüber hinaus erfreuen sich auch in diesem Jahr wieder Kreuzfahrten einer besonderen Beliebtheit“, sagte die Sprecherin. Audi kappt Prognose – Finanzchef pocht auf EinsparungenDer Ingolstädter Autobauer Audi kappt nach dem schwächsten ersten Halbjahr seit 2021 ​seine Prognose. Für das Gesamtjahr sagte die Volkswagen-Tochter am Montag nur noch Erlöse von 58 ⁠bis 63 Milliarden Euro voraus, das sind fünf Milliarden Euro weniger als noch im April prognostiziert. Auch die Rendite dürfte mit fünf bis sieben Prozent um einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als bislang angenommen. ‌Derzeit ist Audi von dieser Rendite aber noch weit entfernt: Im ersten Halbjahr lag sie lediglich bei 3,8 Prozent.Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigten zwar Wirkung, reichten ‌aber nicht aus. „Wir müssen in dem ‌Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen“, sagte er. Dabei werde es kein Gegeneinander der beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt geben. „Wir haben Möglichkeiten, an beiden ​Standorten die Effizienz zu steigern“, sagte Rittersberger. „Wenn alle ⁠mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren.“VW-Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt in einem intern veröffentlichten Interview gesagt, dass in ​Europa Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen abgebaut werden müssten. Bislang könne in den 2030er Jahren keine Werksbelegung für die Werke Emden, Hannover, ⁠Zwickau und ‌Neckarsulm bestätigt werden. Derzeit können in Neckarsulm jährlich 225.000 Fahrzeuge gebaut werden, das sind rund 75.000 weniger als noch vor wenigen Jahren. An dem Standort laufen derzeit ausschließlich Verbrennerfahrzeuge vom Band. Laut Rittersberger ist bereits beschlossen, ⁠die Nachtschicht in ⁠dem Werk zu streichen. „Wir sind kontinuierlich dabei, die Kapazitäten auf die Marktlage anzupassen.“Audi leidet unter der Marktflaute ⁠in China ​und unter ⁠den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Mit 29,2 ​Milliarden Euro erwirtschaftete der Autobauer mit den vier Ringen als ‌Logo im ersten Halbjahr so wenig Umsatz wie in der Corona-Krise 2021 nicht mehr, der Gewinn lag ​mit 1,1 Milliarden Euro unter dem Strich um ​220 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Erwartungen der Unternehmen verbessern sichDie Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli aufgehellt. Der vom Ifo-Institut im München ermittelte Geschäftsklimaindex stieg auf über 86 Punkte und damit etwas stärker als erwartet. Grund dafür sind bessere Erwartungen für die künftige Entwicklung der Geschäfte. Ihre aktuelle Lage schätzen die Unternehmen dagegen schlechter ein. Grund dafür ist der Krieg zwischen den USA und Iran. Dieser hat zu steigenden Ölpreisen und Einschränkungen für den Schiffsverkehr geführt. Langfristig kämpft die deutsche Wirtschaft mit strukturellen Krisen und sinkenden Investitionen. Beispiel dafür ist die Autobranche als einstiger Exportgarant. Sie streicht nun Stellen und diskutiert über die Schließung von Fabriken. Der Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht die Ifo-Daten als positives Signal für den Start der deutschen Wirtschaft in das dritte Quartal und erwartet für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. „Das Ifo-Geschäftsklima überrascht im Juli positiv und steigt auf den höchsten Stand seit Februar“, sagt Schattenberg. Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene abermalige Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier laut Schattenberg belastet haben und auch für die nächsten Monate ein Risiko bleiben.Mehr ladenTickarooLive Blog Software