In der Ostsee steigen die Wassertemperaturen – und somit wächst die Gefahr, dass sich Vibrionen ausbreiten. Infektionen mit diesen Bakterien können mitunter tödlich verlaufen.Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in diesem Jahr bislang zwei Todesfälle nach in Deutschland erworbenen Vibrionen-Infektionen registriert. Insgesamt seien 17 Fälle erfasst worden, teilte das RKI auf Anfrage mit.Bei den beiden Todesfällen handele es sich jeweils um „hochaltrige“ Menschen. Unter den 17 von Infektionen Betroffenen seien zehn Männer und sieben Frauen im Alter zwischen drei und 95 Jahren. Das durchschnittliche Alter liege bei 70 Jahren. Angaben zu Vorerkrankungen und offenen Wunden lägen dem RKI nur lückenhaft vor und würden nicht ausgewertet.Saison in diesem Jahr früh gestartetIn diesem Jahr sei eine vergleichsweise frühe Saison hierzulande erworbener Vibrionen-Infektionen zu beobachten, teilte das RKI mit. Bis zum 12. Juli dieses Jahres hat das Institut nach eigenen Angaben bereits 14 Fälle gezählt. In den drei Vorjahren seien es zu diesem Zeitpunkt deutlich weniger gewesen (2023: 1 Fall, 2024: 9 Fälle und 2025: 4 Fälle). In den vergangenen Jahren sind jeweils ein oder zwei Personen verstorben.Was sind Vibrionen?Vibrionen sind stäbchenförmige Bakterien, die überall auf der Welt in Gewässern verbreitet sind, etwa in Meeresgewässern und Flussmündungen. Die Spezies Vibrio vulnificus bevorzugt salziges Wasser mit einem Salzgehalt zwischen 0,5 bis 2,5 Prozent. Vibrionen vermehren sich besonders gut in wärmeren Gewässern, sodass die Infektionsgefahr in flachen Küstengebieten höher ist und wenn die Wassertemperatur über 20 Grad liegt.Nicht nur in der Ostsee gibt es Vibrionen, ebenso im Mittelmeer und in der Nordsee. Allerdings ist das Infektionsrisiko dort vergleichsweise niedrig. Das Mittelmeer und die Nordsee bieten den Erregern mit einem Salzgehalt von mehr als drei Prozent keinen angenehmen Lebensraum. Die Ostsee allerdings ist weniger salzig, und so kommt es dort immer wieder vereinzelt zu Infektionen.Was sind die Symptome einer Infektion?Anstecken kann man sich durch Kontakt mit dem Wasser. Beim Schwimmen können die Bakterien über offene Wunden in den Körper eindringen. Man kann sich auch über kontaminierte Meeresfrüchte infizieren.Zu den Symptomen zählen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Fieber, Ohrentzündungen und besonders Wundinfektionen, was den Bakterien ihren „fleischfressenden“ Ruf eingebracht hat.Nach der Infektion fällt oft ein stechender Schmerz im Bereich der Wunde auf, über die der Erreger in den Körper gelangt ist. Die Entzündung beginnt nach etwa 12 bis 24 Stunden, die Haut schmerzt, wird rot und bildet mitunter Bläschen. Das infizierte Gewebe stirbt schnell ab, tiefgreifende Nekrosen und Hautulzerationen breiten sich am Körper aus. Im schlimmsten Fall kann es zu einer tödlichen Sepsis kommen. Im frühen Stadium diagnostiziert, kann die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden.Vibrionen-Infektionen im Sommer 2023 im Großraum New YorkIm Großraum New York hatten sich im Sommer 2023 sogar vier Menschen mit den sogenannten fleischfressenden Bakterien infiziert, drei sind verstorben. Dabei handelt es sich um den Erreger Vibrio vulnificus. Diese Vibrionen sind gram-negative Bakterien und leben ebenfalls im leicht salzigen Wasser.Zwei der Opfer haben sich wahrscheinlich beim Baden an der Küste Connecticuts angesteckt, wie die „New York Times“ berichtet, ein anderer beim Verzehr einer infizierten Auster. Wie sich das vierte Opfer angesteckt hat, ist unklar.Es kommt immer wieder zu Infektionen an der Golfküste im Süden der Vereinigten Staaten. Doch durch die steigenden Meerestemperaturen könnten auch an nördlichen Küstenabschnitten der amerikanischen Küste vermehrt Ansteckungen auftreten.Zu den Vibrionen gehört auch der Erreger Vibrio cholerae, der das Cholera-Toxin produziert und eine schwere Durchfallerkrankung verursacht.Dieser Artikel über Vibrionen-Infektionen wird seit 2024 fortlaufend aktualisiert.
Baden in der Ostsee: Wie sich eine Vibrionen-Infektion bemerkbar macht
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