Kleiner Anlass, große Wirkung: Wie sich der Umgang mit einem Küchengerät zu einem Toxic Syndrome für eine Beziehung auswachsen kann.
E igentlich hätte ich an diesem Morgen die Spülmaschine einräumen müssen, wusste aber plötzlich nicht mehr, wohin mit den Tellern und dem Besteck. Zum Zeitvertreib las ich in einer großen Wochenzeitung von einer Neurowissenschaftlerin, die sich „plötzlich Texte nicht mehr merken“ konnte. Ihr „fielen Worte nicht mehr ein, sie war verunsichert. Dann entdeckte sie das Phänomen Brain Fog – und sie verstand, wie sie sich anpassen muss.“
Prompt entdeckte ich die Phänomene Weaponized Incompetence, Diffusion of Competence und Lucky Girl Syndrome – und verstand, dass ich diese lästige Arbeit einfach meiner Frau überlassen konnte. Ich musste nur einen dieser englischen Diskurs- und Modebegriffe finden, die sich inzwischen für jeden Pipifax etabliert haben. Das klingt dann wichtig, irgendwie erforscht, und schon bin ich aus dem Schneider. Leider leidet meine Frau an einer Hyperfixation auf sauberes Geschirr, die schon an Neurodiversity grenzt. Dreck gibt ihr einen schlimmen Ick.
Ihre Coping Strategy bestand darin, mein Impostor Syndrome auszunutzen und auf eine umgehende Einräumung der Spülmaschine zu bestehen, und zwar „ein bisschen plötzlich“. Als People Pleaser wollte ich mich zwar sofort an die Arbeit machen, ein echter Ally im Alltag sein, wurde aber dennoch mit Ghosting bestraft und nur unzureichend mit Bread Crumbing bei Laune gehalten. Ferner beschuldigte mich meine Frau, ich praktizierte nur eine Performative Allyship, und machte sich auf diese Weise durch geschickten Einsatz ihres Pretty Privilege meine Fragile Masculinity zunutze.









