SZ-Magazin: Herr Leder, dem ersten Eindruck messen wir viel bei. Nicht umsonst spricht man auch von »Liebe auf den ersten Blick«. Was passiert dabei eigentlich genau? Der erste Eindruck entsteht durch ein Zusammenspiel unseres ganzen Wahrnehmungssystems. Das heißt, unser Gehirn verarbeitet mehrere Sinneseindrücke gleichzeitig und erstellt daraus eine Information. Ein Teil dieses Wahrnehmungssystems ist die Gesichtserkennung, sie ist ein wunderbares und wichtiges Werkzeug. Dank ihr ordnen wir unser Gegenüber binnen Sekundenbruchteilen ein: Kennen wir die Person oder ist sie fremd? Erinnert uns ihr Äußeres an etwas? So können wir die neue Person leichter einordnen. Warum muss das so schnell gehen? Unser Wahrnehmungssystem verfolgt das Ziel, uns möglichst gut durchs Leben kommen zu lassen. Wir versuchen ständig vorherzusagen, was als Nächstes passiert. Menschen, Dinge oder Situationen, die wir nicht kennen, erfordern deshalb eine extra Portion Aufmerksamkeit – sie könnten eine Gefahr sein. Im Gegensatz dazu nehmen wir vertraute Dinge als etwas Positives wahr.