Nichts gegen die Schwaben. Es passiert mir genauso, wenn ich nach Bayern, Tirol oder sonst wohin reise. Zunächst freue ich mich auf die heimische Küche – auf Maultaschen, Spätzle und Zwiebelrostbraten, wie zuletzt bei meinem Besuch in Stuttgart und Umgebung. Doch ich habe eindeutig übertrieben.Schon im Zug zurück träumte ich von Kaffir-Limettenblättern und Zitronengras. Vom Geschmack frischer Kräuter und klärender Chili-Schärfe. Nur bitte nichts Schweres mehr! Kein Teig, der mich hinabzieht. Keine Zwiebeln, die buttrig schmelzen. Jede Liebe verkehrt sich in Überdruss, wenn man ihr keine Pause gönnt.

Authentische Küche: überstrapaziert und oft gelogen

Das Glück, in Berlin zu leben, fühlte ich während der gesamten Zugfahrt tief in mir. Ich musste nicht lange recherchieren, was mein erster Besuch zurück in der Hauptstadt sein würde: Ein brandneues kleines Thai-Restaurant namens Rram, das praktischerweise auch noch direkt auf meinem Heimweg vom Hauptbahnhof in der Torstraße eröffnet hatte.Das Versprechen einer „authentischen Küche“ ist natürlich überstrapaziert und häufig genug schlicht gelogen. Wenn es jedoch einen Koch gibt, dem ich dieses Versprechen glaube, dann ist es Tanadon „Don“ Santanaviboon.