In den letzten Monaten ist mir verstärkt etwas aufgefallen, das ich kurios fand und finde: junge Menschen (vielleicht Anfang, Mitte 20, Generation Z), die Digicams mit sich tragen. Digitalkameras aus den Nullerjahren. Auf Musikfestivals. Auf Partys. Konzerten. In Parks. Ein Retro-Trend! Überall, wo man potenziell fantastische Momente erlebt – und manche davon festhalten will. Vielleicht besonders an sorglosen Sommertagen. Augenblick, verweile doch, du bist so schön!So weit, so verständlich. Aber eben nicht ganz. Was finde ich daran crazy? Zu Zeiten, in denen quasi alle Welt eine eingebaute Digitalkamera im Smartphone mit sich führt, erscheint die antiquierte Digicam der Nullerjahre überflüssig. Eigentlich. Natürlich ist mir klar, dass Moden verschwinden, um wiederzukehren.
Schallplatten und Polaroid? Ja, gerne! Aber Digicams?!
Die Polaroid-Kamera. Die Vinyl-Schallplatte. Sogar alte Spielkonsolen. Und analoge Brettspiele wie Schach. Von Stricken und Häkeln ganz zu schweigen! All dies haben nicht wenige junge Menschen in diesem Jahrtausend wiederentdeckt.Der große Unterschied aus meiner Sicht: Bei Polaroid und bei Vinyl verstehe ich sofort den Mehrwert. Oder sagen wir lieber: Da fühle ich sofort den Charme. Ein verwaschenes Polaroidfoto aufzunehmen (samt der Spannung der „sofortigen“ Entwicklung) und sich eine knisternde Schallplatte aufzulegen und die Nadel zu justieren: Das umgibt eine völlig andere Aura als mit dem Smartphone zu knipsen oder eine Spotify-Playlist zu aktivieren.








