Die Opel-Muttergesellschaft Stellantis kommt auf der Fahrt aus der Krise voran, kann die Anleger bisher aber nicht davon überzeugen. Im zweiten Quartal dieses Jahres erzielte der Volkswagen-Konkurrent mit Marken wie Peugeot, Fiat, Alfa Romeo, Chrysler, Jeep und Ram wieder Gewinne, doch „die kontinuierlichen Fortschritte“, die der Konzernchef Antonio Filosa anpries, blieben hinter den Erwartungen zurück.Getragen vom Geschäft in Nordamerika verbesserte sich der Konzernumsatz im zweiten Quartal gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. In den USA kamen neue Modelle wie der Ram 1500 mit einem stärkeren Motor, der Jeep Grand Wagoneer und der Chrysler Pacifica gut an. Sie trugen dazu bei, dass sich der Vorjahresverlust beim bereinigten Betriebsergebnis in ein Plus von 284 Millionen Euro drehte. Allerdings wirkten sich höhere Rohstoffkosten und der Aufwand für einige aufsehenerregende Rückrufaktionen in den USA negativ aus.Nordamerika zieht den Konzern nach obenIm erweiterten Europa, dem vom Volumen her wichtigeren Markt, blieb das operative Ergebnis trotz Verbesserungen mit 94 Millionen Euro im Minus. Besseren Absatz fanden die Modelle Fiat 500, Grande Panda, Opel Frontera sowie die Modelle des chinesischen Herstellers Leapmotor, die das Stellantis-Vertriebsnetz nutzen. Doch der allgemeine Preisdruck dämpfte die Ergebnisverbesserung. „Die Investoren erwarten mehr Belege für ein positives operatives Abschneiden“, urteilte ein Analyst der Citibank. Bis zum Donnerstagnachmittag fiel die Stellantis-Aktie um knapp fünf Prozent.Konzernweit verbesserte sich das bereinigte Betriebsergebnis auf 773 Millionen Euro, mehr als das Dreifache des äußerst schwierigen Vorjahres. Auch dieser Wert blieb unter den Erwartungen. Der Nettogewinn erreichte 293 Millionen Euro nach einem Verlust von fast 1,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Als positiv wurde honoriert, dass Stellantis mit einem Cashflow von einer Milliarde Euro wieder deutlich mehr flüssige Mittel erwirtschaftet als zuvor.Opel meldete ebenfalls Fortschritte. Der Hersteller aus Rüsselsheim hat zusammen mit der Schwestermarke Vauxhall in Europa im ersten Halbjahr den Absatz um fast zwölf Prozent auf 231.000 Personenwagen erhöht. Die SUV-Modelle Grandland, Frontera und Mokka kämen gut an. In Deutschland legten die Neuzulassungen von Opel gegenüber dem Vorjahr um knapp 15 Prozent zu. Opel erreichte bei Personenwagen damit einen Marktanteil von 4,7 Prozent. Die Erwartungen für das Gesamtjahr hat Stellantis bestätigt: Die Zollkosten werden etwas niedriger eingeschätzt als nach dem ersten Quartal. Stellantis hat kürzlich aus den USA nach eigenen Angaben eine Zollrückerstattung von 400 Millionen Euro erhalten.