Wenn ein deutscher Außenminister öffentlich erklärt, die Bombardierung einer Hauptstadt und die Entführung eines Staatspräsidenten seien „im Grunde das Gleiche“ wie zu schnelles Fahren innerorts, dann ist das entweder ein bemerkenswerter Ausdruck politischer Sorglosigkeit – oder ein Einblick in das tatsächliche Koordinatensystem der Bundesregierung. Johann Wadephul hat in einem Interview mit dem neuen ZDF-Format „Next Stop Köster“ der „heute-show“ die gewaltsame Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch amerikanische Spezialkräfte – eine Operation mit mehr als 100 Toten – mit dem Übertreten der innerorts geltenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde gleichgesetzt.
Da die Aussagen in ihrer Gesamtheit aufschlussreicher sind als jedes einzelne Zitat, sei der relevante Wortlaut hier dokumentiert:
Köster: Stößt denn das Völkerrecht, so schön es auch ist, an realpolitische Grenzen?
Wadephul: Ja, wenn man ehrlich ist, ja. Das ist so. Aber ehrlich gesagt, das kennen wir mit Rechtsordnungen. Wenn Sie mal an sich im Straßenverkehr denken. Haben Sie das immer 100 Prozent eingehalten?
Köster: Ja gut, aber so ein Stoppschild ist doch jetzt ein bisschen was anderes, als wenn Trump jetzt Venezuelas Präsidenten rausholt.






