猛犸象 – die Schweizer Traditionsmarke Mammut wird chinesischDie Outdoor-Marke Mammut gehört künftig einer Investmentfirma aus China. Der neue Eigentümer will das Wachstum in Asien beschleunigen, ohne die Schweizer Identität der Marke aufzugeben.30.07.2026, 15.00 Uhr3 LeseminutenEin Symbol für Schweizer Qualitätsarbeit: die Traditionsmarke Mammut.Ennio Leanza / KeystoneWanderer tragen es auf der Brust, Kletterer an den Hosen, Skifahrer am Handschuh und die Bergsteiger am Helm. Das kleine Mammut mit den grossen Stosszähnen, Logo der gleichnamigen Sportartikelfirma aus dem Aargau, ist weltberühmt. Als Schweizer Traditionsmarke wird Mammut angesehen und geschätzt. Doch sehr viel Schweiz steckt in dem Unternehmen schon länger nicht mehr. Nun geht das Unternehmen in die Hände von chinesischen Investoren über. Es ist der zweite Besitzerwechsel innert nur fünf Jahren.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der bisherige Eigentümer, Jacobs Capital, verkauft Mammut an die chinesische Investmentgesellschaft CPE. Die Parteien haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, wie sie am Donnerstag mitteilten. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Medien hatten den Unternehmenswert zuletzt auf deutlich über eine halbe Milliarde Euro geschätzt.Der nächste WachstumsschrittFür Mammut beginnt damit ein neues Kapitel – wieder einmal. Erst 2021 hatte die Private-Equity-Gesellschaft der Unternehmerfamilie Jacobs die Outdoormarke übernommen. Seither sei das Unternehmen grundlegend modernisiert worden.Investiert wurde unter anderem in die Digitalisierung der Vertriebskanäle und die Positionierung der Marke. Laut Jacobs wächst Mammut jährlich im zweistelligen Prozentbereich, der Umsatz liegt bei ungefähr 400 Millionen Franken. Auch die Ebitda-Marge habe sich seit der Übernahme mehr als verdoppelt. Genaue Zahlen kommuniziert Mammut jedoch nicht.Der Verkauf sei deshalb nicht als Rettungsversuch zu sehen, sondern als der nächste Wachstumsschritt. «Bei dieser Transaktion geht es um Expansion, und nicht um Restrukturierung oder Kostensenkungen», sagt Silvia Oppliger von der Beratungsfirma FGS Global, die den Verkauf begleitet hat.Der neue Eigentümer soll Mammut nun vor allem in Asien voranbringen. Zwar stammen noch immer 60 Prozent des Umsatzes aus Europa und Amerika, doch der wichtigste Wachstumsmarkt für Outdoor-Produkte ist heute China. Zum Umsatz vom Mammut trägt das Land heute schon ein Viertel bei.CPE bringt nach eigenen Angaben ein breites Netzwerk in China und im asiatisch-pazifischen Raum mit. Gemeinsam mit dem bestehenden Management sollen neue Vertriebskanäle erschlossen, Produkte stärker an lokale Märkte angepasst und die internationale Expansion beschleunigt werden.Hauptsitz bleibt in der SchweizFür die Kundinnen und Kunden in der Schweiz soll sich gleichzeitig möglichst wenig ändern. «Das starke Erbe von Mammut, die ikonische Marke, bleibt erhalten», sagt Silvia Oppliger von FGS Global. Auch Mammut-CEO Heiko Schäfer bleibt im Amt.Ein weiteres Thema ist jedoch die Schweizer Identität der Marke. Mammut wirbt seit Jahrzehnten mit seiner alpinen Herkunft und technischer Kompetenz. Entsprechend betonen sowohl Verkäufer als auch Käufer, dass der Hauptsitz im aargauischen Seon sowie die Design- und Innovationsfunktionen in der Schweiz bleiben sollen. «Wir gehen nicht davon aus, dass sich daran etwas ändern wird», sagt Oppliger. Eher rechne man damit, dass sich durch das zusätzliche internationale Wachstum neue Möglichkeiten ergeben.Mammut beschäftigt weltweit 900 Mitarbeitende, wovon 300 in der Schweiz angestellt sind. Auf die Frage, was mit den Arbeitsplätzen passiert, reagiert das Unternehmen ausweichend: CPE investiere «in die Erfolgsgeschichte von Mammut» und habe «kein Interesse daran, die über 160 Jahre alte Identität der Firma zu verändern», schreibt die Medienstelle auf Anfrage.Mammut wurde 1862 als Seilerei gegründet und zählt zu den bekanntesten Outdoor-Marken der Welt. Das Unternehmen vertreibt Bekleidung, Schuhe sowie Ausrüstung für Bergsport und Alpinismus.Mehr folgt...Passend zum Artikel